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MAK

Full text : Catalog der nationalen Hausindustrie und der Volkstrachten in Maehren : Welt-Ausstellung 1873 in Wien

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bei  der  Presse  und  im  Keller  benöthigen  im  Allgemeinen  noch  sehr  der
Verbesserung.
In  jüngster  Zeit  beginnt  in  den  grossen  herrschaftlichen  Kellern
zu  Bisenz  eine  rationelle  Kellerwirthschaft,  die  wohl  auch  auf  die
Weinbauer  nachhaltig  wirken  wird.  Die  Weine  von  Bisenz,  Domanin,
Polesovitz,  Sirovin,  Zeravitz,  Buchlovitz,  Blatnitz,  Bohäc  haben,  wenn
abgelegen,  einen  guten  Namen  und  werden  ziemlich  theuer  bezahlt.
Man  berechnet  die  hiesige  Jahresfechsung  nahezu  an  80.000  Eimer.
Eine  weitere  Eigentümlichkeit  des  slovakischen  Feldbaues  ist
das  Anpflanzen  von  gewürzhaften  und  arzeneilichen  Pflanzen,  als:
Anis,  Fenchel,  Kümmel  und  Majoran.  Von  diesem  letzteren  dürfte  die
Jahresernte  allein  um  Bisenz  nahezu  200  Centner  erreichen.  Als  Durchschnittspreis ­
  notirt  man  die  abgerebelte  Majoranblüthe  per  Centner
45  bis  50  fl.  Dieses  Würzkraut  hat  seinen  Hauptabsatz  nach  Oesterreich ­
  und  Ungarn,  nach  Wien  hingegen  das  feine  Gemüse,  welches
um  Bisenz  gebaut  wird.
Von  Getreidearten  gedeiht  in  dem  lockeren,  mit  Sand  untermengten ­
  Boden  der  Boggen  am  besten  —  man  kann  annehmen,  dass
jährlich  weit  über  eine  Million  Metzen  eingeheimst  werden  —  darauf
kommt  der  Haber,  dann  die  Gerste  und  endlich  der  Weitzen.  Hirse
und  Hilsenfrüchte,  die  stark  in  der  Hana  gebaut  werden,  decken  hier
nicht  den  Bedarf.
Dass  der  Kleebau  unter  den  Slovaken  noch  wenig  cultivirt  wird,
daran  sind  ihre  vielen  und  üppigen  Wiesen  Schuld.  Diese  geben  so
viel  Futter,  dass  es  nicht  verbraucht  werden  kann  —  nur  im  Hradischer
  Kreise  nahezu  an  800.000  Centner!  Man  sollte  glauben,  dass
bei  einem  solchen  Futterreichthume  der  Viehstand  ein  ausgezeichneter
werden  muss  —  mit  nichten.  Das  slovakische  Pferd  ist  klein  und
unansehnlich,  wenn  gleich,  wie  das  ungarische,  genügsam  und  ausdauernd; ­
  ebenso  ist  auch  das  Hornvieh,  wesshalb  es  bei  weitem  jenen
Nutzen  nicht  abwirft,  den  man  mit  Beeilt  erwarten  sollte.  Die  Viehzucht ­
  geht  herunter;  von  eigentlicher  Bienenzucht  ist  keine  Bede.
Diese  letztere  Beschäftigung  ist  dem  Slovaken  zu  eintönig;  er
hat  in  sich  den  Drang  den.  Ueberschuss  seiner  Kraft  anders  zu  verwerthen,
  er  sucht  eine  schwerere  Arbeit,  und  findet  er  dieselbe  nicht  zu
Hause,  sucht  er  sie  auswärts.  So  kommt  es,  dass  kaum  irgend  eine
grössere  Unternehmung  in  der  österreichischen  Monarchie,  besonders
bei  der  es  sich  um  Erdbewegungen  handelt,  vor  sich  geht,
wo  nicht  in  überwiegender  Mehrzahl  die  Arbeiter  Slovaken  wären.
Beweise  hiefür  unsere  Eisenbahnen,  die  Stadterweiterung  in  Wien  und
die  Donauregulirung.  Das  unermüdete  Ausharren  bei  solchen  schwierigen ­
  Arbeiten,  verbunden  mit  einer  ausserordentlichen  Körperkraft
            
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