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Full text : Catalog der nationalen Hausindustrie und der Volkstrachten in Maehren : Welt-Ausstellung 1873 in Wien

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sein  Freund  Bischof  Bruno  von  Olmiitz  (1245  —  1281),  dann  kommen
die  Ritter  des  Johanniter-  und  des  deutschen  Ordens.  Die  ersten  deutschen ­
  Namen  von  Angesiedelten  in  Mähren  erscheinen  in  einer  Urkunde ­
  vom  Jahre  1202.  Sie  kamen  ins  Land  mit  den  deutschen  Cisterciensern
  aus  Welehrad.  Im  Jahre  1231  geschieht  schon  Erwähnung ­
  deutscher  Unterthanen  des  Klosters  Oslavan.  Im  Jahre  1213
wurde  Mähr.-Neustadt  mit  Deutschen  besetzt.  Um  das  Jahr  1220  erscheinen ­
  Znaim  und  Frischau  von  Deutschen  bewohnt.  Um  dieselbe
Zeit  kommen  deutsche  Ortschaften  in  der  Nähe  Brünns  vor,  dann  um
Olmütz,  Muglitz,  Brüsau  u.  s.  w.  Friedrich  von  Schönburg  und  Bores
von  Riesenburg  colonisirten  die  Gegend  um  Trübau  und  Borstendorf
um  1258,  Gewitsch  der  dortige  Richter  Albert,  die  Stadt  Littau  der
Richter  Heinrich,  Döschna  und  Könitz  die  Hradischer  Prämonstratenser
u.  s.  w.  Die  deutsche  Sprachinsel  zwischen  Raussnitz  und  Wischau
entstand  theils  durch  die  Pröbste  von  St.  Peter  in  Brünn,  theils  durch
Bischof  Bruno.  Seiner  Fürsorge  verdankt  Mähren  eine  ganze  Reihe
von  Städten.  Das  von  ihm  patrocinirte  Magdeburger  Recht  förderte
das  deutsche  Wesen  ungemein.  Lundenburg  erhielt  bereits  1214  dieses ­
  deutsche  Recht,  Bisenz  und  Mähr.-Neustadt  1223,  Znaim  1225,
Jamnitz  1227,  Göding  1228,  Weisskirchen  und  Gaja  1240,  Brünn  und
Littau  1243,  Iglau  1247,  Gewitsch  1249,  Zwittau  1256,  Braunsberg ­
  1269,  Müglitz  1273,  Kremsier  1290,  Freiberg  1292  u.  s.  w.
Ueberall,  wo  das  deutsche  Recht  festen  Fuss  fasste,  kam  mit
demselben  die  Gemeinde-Autonomie,  und  mit  derselben  der  Bürgersinn, ­
  die  Quelle  eines  geregelten  Wohlstandes.  Industrie  und  Handel
sind  dessen  nothwendige  Folgen,  und  somit  sehen  wir  bis  zur  Stunde,
dass  der  Deutsche  in  Mähren,  was  Industrie  und  Reichthum  anbelangt,
im  Ganzen  und  Grossen  den  Slaven  überflügelt.
Ausgestellt  wurden:
1.  Richter  aus  Kunewald.  XXVI.
2.  Junger  Bursche  aus  Svonovitz.  XXVII.
3.  Junger  Mann  aus  der  Gegend  von  Iglau.  XXVIII.
4.  Braut  aus  Obergoss  bei  Iglau.  XXIX.
5.  Aeltere  Frau  aus  Pumlitz.  XXX.
6.  Witwe  in  Trauer  von  Iglau.  XXXI.
7.  Bittfrau  aus  Svonovitz.  XXXII.
8.  Frau  aus  Kunewald.  XXXIII.
9.  Junges  Mädchen  aus  Trübau.  XXXIV.
Scene:  Ueberraschung  beim  Tische.

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