Stein-, Thon- und Glasindustrie.
15
2. rr]aon-^7-sLarexi.
Einleitendes. — Schaumburg-Lippe. — Oefterr. Verein für
chemifche und m etall urgi fche Production. — DieSiderolithwaaren-Fabrikation.
— W. Schiller und Sohn; E-Eichler;
Conrath und Hauptmann; Ant. Tfchinkel.
In demselben Grade, in welchem die böhmische Steinschleiferei
in den letzten Decennien zurückgegangen, hat sich
während dieses Zeitraumes die Thonwaaren-Industrie gerade
in Böhmen extensiv wie intensiv unleugbar gehoben.
Ueberaus manigfaltig ist, vom ordinären Backstein angefangen,
bis hinauf zum feinsten Porzellangeschirr, das Feld
der Kerameutik, die, von allen Völkern der alten und neuen
Welt, der Vorzeit und der Gegenwart, mit mehr, weniger Vorliebe
gepflegt, in ihren zahllosen Objecten nicht allein der
Archäologie: der Cult Urgeschichte überhaupt hochwichtiges
Materiale zuführt. Nichts wäre so sehr geeignet, die
einzelnen Entwicklungs-Phasen eines Landes, beispielsweise
Böhmen’s, augenfällig darzulegen, als eine systematische Sammlung
keramischer Erzeugnisse der verschiedenen Zeitalter, die
über das Land dahingegangen, beginnend mit den Urnen-Scherben
vorchristlicher „Hünengräber“, geschlossen von einer
Auswahl künstlerischer, formvollendeter Thongefässe, wie sie
die Weltausstellung heute bietet.
Böhmen leistet gegenwärtig in allen Branchen „erdiger“
und „glasiger“ Thonwaaren (wenn wir die alte Classificirung
beibehalten dürfen) Vorzügliches. Während aber die Hauptmasse
der Producte letzterer Art dem Bereiche der Handelsund
Gewerbekammern zu Eger und Pilsen zufällt, gehören
alle irgendwie bedeutenden Fabriken ersterer Art in den
Rayon der Reichenberger Kammer.
Ueber das ganze Land ziemlich gleichmässig vertheilt
ist derjenige Zweig der Thonwaaren-Industrie, welchem vor