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Full text : Nordböhmen auf der Weltausstellung in Wien 1873, Gruppe IX (Stein-, Thon- und Glas-Industrie)

Stein-,  Thon-  und  Glasindustrie.

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glückt  war,  in  den  bei  Preschen  (Bezirk  Bilin)  vorfindlichen
ausgedehnten  Thonlagern  ein  hiezu  vorzüglich  qualificirtes
Rohmaterial  zu  entdecken.
Fast  gleichzeitig  wurde  auch  schon  in  B  o  d  e  n  b  a  c  h  der
Versuch  gewagt,  ein  solches  Etablissement  zu  gründen.  Die
genannte  Pirna’er  Fabrik  hatte  vordem  durch  lange  Zeit  der
Firma  Ignaz  Rössler  in  Nixdorf  alljährlich  viele  tausend
Dutzend  Thon-Pfeifenköpfe  geliefert,  welche,  von  Letzterer  mit
passenden  Beschlägen  versehen,  einen  sehr  einträglichen  Handelsartikel ­
  nach  Galizien,  Ungarn,  der  Moldau  und  Walachei
ja  nach  den  fernsten  Provinzen  der  Türkei  abgaben,  um  zum
Theil  von  dort  als  die  Originale  „türkischer  Pfeifenköpfe“  zu
uns  zurückzukehren.  Die  rigorose  Zollbehörde  hatte  die  Beziehungen ­
  Rössler’s  mit  der  Pirna’er  Fabrik  mit  Unerbittlichkeit ­
  eben  kurzweg  abgeschnitten,  als  es  den  beiden  strebsamen
Gewerbetreibenden  Wilhelm  Schiller  und  Friedrich
Gerbing  nach  vielen  mühevollen  Versuchen  gelang,  den
von  Rössler  sehnlichst  begehrten  Massenartikel  auf  heimischem
Grund  und  Boden,  innerhalb  der  schwarz-gelben  Zollschranken, ­
  ganz  nach  Wunsch  herzustellen.  Die  von  Schiller  und
Gerbing  im  Jahre  1829  in  Bodenbach,  allerdings  zunächst  in
mässigem  Umfange  (mit  nur  8  Arbeitern),  eröffnote  Manufactur
  producirte  anfänglich  exclusiv  sogenannte  türkische  Pfeifenköpfe, ­
  und  zwar  jährlich  circa  4000—5000  Dutzend,  welche
ausschliesslich  von  der  einen  Firma  Ignaz  Rössler  in  Nixdorf
-consumirt  wurden,  wobei  zu  vermerken,  dass,  authentischen
Berichten  zufolge,  derartige  „Büstenköpfe“,  von  Leyhn  in
Pirna  per  Stück  um  1  Thlr.  10  Gr.  verkauft,  von  dem  neuen
Etablissement  in  Böhmen  per  Dutzend  um  nur  20  Gr.  an
Rössler  überlassen  werden  konnten.  So  war  die  gestrenge
Zollbehörde  für  die  vaterländische  Industrie  zum  Wohlthäter
wider  Willen  geworden.
Die  Bodenbacher  Fabrik  gedieh  in  kurzer  Frist  ausserordentlich. ­
  Hiebei  wurden  deren  Inhaber  auf  das  Kräftigste
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