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6. Das Ein packen.
Hierunter ist das Einpacken der Nadeln in Briefe, meistens zu 25 Stück per Brief,
begriffen.
Die Arbeiterin bat zunächst das zugeschnittene Nadelpapier mit Hilfe eines Blech
plättchens richtig zu falten. Sodann zählt sie die Nadeln mittelst eines kleinen Maschhi-
chens in die Briefe ein. Zu diesem Behufe streicht sie einen Griff Nadeln an dem Ma
schinellen vor und zurück, wodurch in 25 in dem Masohinchen angebrachten Kerben
eben so viele Nadeln hängen bleiben. Durch das Heben eines kleinen Rähmchens werden
diese 25 Nadeln aus den Kerben heraus- und in den Brief hineinbefördert. Hat die Ar
beiterin auf diese Weise eine grössere Anzahl Briefe gefüllt, so bleibt ihr nur noch übrig,
dieselben einen nach dem andern zu schliessen.
Die Arbeit ist nicht besonders anstrengend, Alter der Arbeiterinnen 14 bis 45 Jahre.
Wochenlohn 4 fl. bis 5 fl. 50 kr., durchschnittlich 4 fl. 75 kr.
7. Das Verpacken.
Hierunter fällt das Schneiden der Etiquetten und das Aufkleben derselben auf die
Briefe, dann das Binden und Verpacken der letzteren in Packete.
Auch diese Arbeit wird, wie alle vorstehend geschilderten, sitzend verrichtet. Be
hufs des Etiquettirens wird eine Steinplatte mit Gummi bestrichen, eine grössere Anzahl Eti
quetten daraufgelegt, hierauf jede Etiquette einzeln wieder abgehoben und auf einen Brief
geklebt; die Briefe werden zum Trocknen beiseite gelegt.
Alter und Verdienst der Arbeiterinnen, wie oben unter 6 angegeben wurde.
b) Stricknadel-Fabrikation.
Dieser Zweig der Nadelfabrikation beruht zumeist auf Männerarbeit. Arbeiterinnen
werden dabei nur verwendet:
1. Zum Suchen,
2. zum Einpacken in Briefe, und
3. zum Etiquettiren und Verpacken,
welche Arbeiten den gleichnamigen Verrichtungen bei der Nähnadelfabrikation ganz
gleich sind.
Auch gilt hier das über die Löhne dort Gesagte.
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c) Haarnadel-Fabrikation.
Hierbei werden weibliche Individuen beschäftigt:
1. Bei dem Lackiren.
Die Arbeiterin füllt eine Partie Haarnadeln in ein Gefäss und rührt sie unter Hin
zuthun des bereiteten Asphaltlackes eine zeitlang mit einer Gabel um, damit sich der
Lack auf den Nadeln gleichmässig vertheilt. Sodann leert sie die Nadeln auf ein Draht
gitter aus und bringt sie mit diesem in einen heissen Ofen zum Trocknen.
Die Arbeit ist nicht anstrengend, nur der Lackgeruch und die Nähe des warmen
Ofens sind etwas unangenehm, daher zu dieser Arbeit gewöhnlich Weiber von kräftigerer
Constitution verwendet werden-
2. Bei dem Büs cheln.
Diese Arbeit besteht in dem Einschieben der Haarnadeln in Partien zu drei Stück
in hiefür vorgerichtete Drahtringeln.