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Zwischen diesen Bäumen hat man sich die schönsten Frühlingsblumen und
die für jeden Monat charakteristischen Blumen der Flur zu denken. Ein mit
einem niedern Gitter umgebenes Beet veranschaulicht die wichtigsten einheimischen
Giftpflanzen. —
Zwei wohlfeile Röhrbrunnen spenden das nöthige Wasser sowohl zum
Trinken, als auch für die Zwecke des Gartens geeignet; die stets gefüllten
Becken sollen aufmerksam machen, dass das abgestandene Wasser den Pflanzen
weit heilsamer ist, als das kalte, frischgepumpte. Obschon der Schulgarten im
reinen, heissen Wellsande des Praters angelegt ist, steht er doch ganz hübsch
da, Dank der reichen Bewässerung.
In einem der rückwärtigen Theile des Gartens erhebt sich das Bienenhaus.
Seit Wochen tummelt sich daselbst das emsige Volk der Bienen (und
zwar Krainer Bienen), ohne jemanden von den Tausenden der täglich Vorübergehenden
behelligt zu haben; sie sammeln erstaunlich viel Honig und haben so
fleissig geschwärmt, dass heute statt der ursprünglichen 3 Stöcke deren 7 mi
Garten stehen. Die Bienenstöcke nach dem Systeme Dierzon sind zugleich
Ausstellungsobjecte für den Landmann.
Kehren wir nach unserem Rundgange zu dem Schulhause zurück, so
gewahren wir, dass die Rückseite mit guter Absicht sorgfältig gehalten ist.
Aus der Mauer erheben sich zwei allegorische Darstellungen aus Terra Cotta
von Künstlerhand ausgeführt (Bildhauer Weyer in Wien), Fleiss und Lohn
darstellend, mit passenden Votivtafeln. Unten am Hause hin zieht sich gegen
die Sonnenseite ein Spalier für Obst und V ein.
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Geben wir uns über das Geschaute Rechenschaft, so müssen wir gestehen
dass das Ganze und dessen Theile nett und zweckmässig sind, aber doch wenig
theurer als ein unzweckmässiges und unschönes Object. Wohin wir auch
blicken mögen, im Hause und um Haus und Hof, wir haben nirgend Luxus
entdeckt, wohl aber athmet alles den Geist der Ordnung und Sauberkeit, und
alles erweckt das Gefühl für das Schöne. „Für die Kinder ist nur das
> Beste gut genug.”
Und auch für die Gesundheit der Kinder ist alle Sorgfalt aufgewendet.')
Unser braves und empfängliches Landvolk soll hier in einem Beispiele sehen,
wie man sich mit mässigen Mitteln ein gesundes, wohnliches Haus baut und
, eine anmuthige Umgebung schafft. Der Erwachsene hat in der Wohnung des
Lehrers das Vorbild eines einfachen und doch bei aller Bescheidenheit anständigen,
geräumigen, gut geordneten Hauswesens, — das Kind aber empfangt
hier nur freundliche, nur schöne Eindrücke. Wer aber wollte leugnen, dass
veredelter Geschmack, zum Gemeingut geworden, bei einem tüchtigen Volke
> die heilsamsten Wirkungen auf materiellem und geistig - sittlichem Gebiete
1) S. über die Pflege der körperlichen und geistigen Gesundheit des Schulkindes. Von Dr,
Bock, Leipzig bei Keil 1872. 20 kr.