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Höhe, während der andere im Wachsthum zurlickbleibt und
bedeutend kleiner ist. Hier ist die Weisstanne nicht pyramidenförmig
wie in andern Kunstforsten, sondern pflegt sich kuppelförmig
zu gestalten. In den Urwäldern pflegen die Bäume entweder
in geraden Linien oder in Gruppen zu stehen. Wenn ein
alter Baum seiner Länge nach umfällt und nach und nach vermodert,
kommen mit derZeit aus dem Stamme desselben neue Bäume
hervor, welche ihre Wurzel durch dem Stamm in den Boden
senken und demnach eine gerade Linie bilden. Die in einer
Gruppe stehenden Bäume dagegen wachsen aus dem noch grünen
Strunke eines alten Baumes hervor. Bald geschieht es, dass die,
die Grundlage der neuen Baumgeneration bildenden alten Stämme
gänzlich zerfallen, wo dann deren obere Wurzeln unbedeckt
bleiben, weshalb in einem Urwalde viele Bäume aussehen, als ob
sie auf Krüken stünden. Nirgend fühlt sich der Mensch so vereinsamt,
als in einem ungeheueren Urwalde, welchen nur der
Wind, der Holzwurm und stellenweise die Hirten, Kohlenbrenner
oder Pottaschensieder vernichten.
Solch ein Bild zeigt der Krivän bis zu einer Höhe von
beiläufig 5900', wo dann bald die Grenze der Weisstanne und
Fichte sich befindet. Hier hört der zusammenhängende Wald auf,
weiter hinauf verschwindet in allgemeinen jeder höhere Baum,
und wird durch Gesträuche und Zwergfichten ersetzt, bis auch
diese zuletzt ganz verschwinden und den Platz der stereotypen
Alpenkiefer überlassen.
Treten wir unter die organischen Wesen dieser neuen Welt,
so bemerken wir, dass dieselben Uberrall den Stempel des Hochgebirgs-Charakters
an sich haben, überrall lächelt uns der Reiz
der Alpen an. Die Pflanzendecke, wenn auch aus beiweitem weniger
Arten zusammengesetzt, als im Thale oder am Gebirge,
verliert dennoch weder an Lebhaftigkeit der Farben, noch an
Reichthum. Die neuen Pflanzengruppen, welche an die Stelle
der Kinder der Ebene und des Thaies treten, ersetzten die Gattungs-Armuth
durch Schönheit, Duft, eigenartigen Charakter und
lebhafte Färbung.
Hier begrüsst uns eine prächtige Hochwiese, dort wieder
eine duftende lebhaft grünende und blumenreiche Alpenweide,
auf welchen unzählige Schafe und Ziegen, oder eine sich dorthin
verirrende Gemse ihre tägliche Atzung erhalten. Jedoch neben
den duftigen Weiden breiten sich endlose Felsenhügel und Stein-4*