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Full text : Ungarn auf der Wiener Weltausstellung 1873 : Special-Catalog der ausgestellten Gegenstände der Urproduction, Gewerbe, Wissenschaft und Kunst

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Je  mehr  wir  uns  dem  Gipfel  des  Hochgebirges  nähern.,  um
so  zwerghafter  und  lichter  wird  der  Pflanzenwuchs,  bis  endlich
auf  dem  Gipfel  des  Krivän  unter  kleinen  Flechten  und  Mosen
nur  mehr  10  Pflanzengattuugen  sich  vorfinden,  und  zwar:  Chrysanthemum ­
  alpinum  L.,  Campanula  alpina  L.,  Doronicum  Clusii
Koch.,  Primula  minima  L.,  Rhodiola  rosea  L.,  Geum  montanum  L.,
Trichodium  rupestre  Schrad.,  Festuca  alpina  Schrad.,  Poa  laxa
Haenke  und  Gentiana  frigida  Haenke.
Die  Vegetationsform  der  Puszte,  welche  nach  unseren
bisherigen  Beobachtungen  aus  etwa  264  charakteristischen  Pflanzenarten ­
  zusammengesetzt  ist,  wurde  von  Dr.  A.  Kerner,  dem
genialen  botanischen  Landschaftsmaler  in  seiner  Darstellung  der
Vegetationsverhältnisse  Niederungarns  in  anziehender  Weise  geschildert. ­

So  wie  gegen  die  Spitze  der  Alpen  zu  der  Wald  abnimmt,
ebenso  sehen  wir  diess  auf  der  Puszta,  wenn  wir  das  Gebirge  verlassen. ­
  Gerade  wie  in  der  baumlosen  Region  der  Alpen,  dauert
auch  in  der  Puszta  die  Lebensäusserung  der  Pflanzen  kaum  drei
Monate.  Ursache  hievon  sind  im  Gebirge  Eis  und  Schnee,  in  der
Puszta  im  Frühjahre  lange  andauernde,!  im  Herbste  früh  eintretenden ­
  Nachtfröste,  sowie  die  Trockenheit  des  Sommers.
Im  baumlosen  Gebiete  der  Alpen  sind  die  einjährigen
Pflanzen  selten  und  können  sich  nur  schwer  entwickeln,  da  häufig ­
  schon  in  ihrer  Blüthenzeit  Schnee  fällt.  Im  Tieflande  hingegen ­
  sind  die  meisten  Pflanzen  einjährig  und  müssen  dieselben
ihre  Entwickelnngsperiode  in  einem  Sommer  beendigen.  Im  Hochgebirge ­
  wird  der  Hochwald  von  der  baumlosen  Region  durch
Strauchwerk  geschieden,  dasselbe  sehen  wir  im  Tiefland.  Darum ­
  muss  die  waldlose  Ebene  im  engem  Sinne  die  Puszta,  vom
waldigen  Gränzgebiete  unterschieden  werden.  Sobald  die  allgemeinen ­
  klimatischen  Verhältnisse  es  gestatten,  erstreckt  sich  der
Wald  immer  tiefer  sowohl  in  die  Puszta,  als  in  die  baumlose  Region ­
  des  Hochgebirges.  Diess  ist  dann  wahrzunehmen,  wenn  nicht
weit  von  der  Waldgränze  feuchte  Thäler  sich  befinden.  So  zieht
sich  zum  Beispiel  an  der  nordöstlichen  Grenze  des  Tieflandes  bei
Debrezin  der  Wald  weit  an  den  daselbst  auslaufenden  Hügel  bis
ins  Innere  der  Puszta  hinein;  der  hügelige  Sandboden  zwischen ­
  der  Donau  undTheiss  ist  jedoch  theilweise  zum  Waldrandgebiete ­
  zu  rechnen.
Das  Gebiet,  welches  in  den  Alpen  den  Hochwald  mit  der
baumlosen  Region  verbindet  wird  das  Gebiet  des  Krummholzes
            
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