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Full text : Ungarn auf der Wiener Weltausstellung 1873 : Special-Catalog der ausgestellten Gegenstände der Urproduction, Gewerbe, Wissenschaft und Kunst

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nur  Mittags  öffnen  und  mit  der  nntergehenden  Sonne  schon  wieder
sehliessen.  Die  fünfblätterige  gelbe  Teichrose  (Nuphar)  tbeilt  in
dieser  Beziehung  das  Loos  ihrer  weissen  Schwester  und  füllt  am
manchen  Orten  deren  Stelle  getreulich  aus.  In  physiognomischer
Verwandschaft  steht  mit  ihnen  die  kleine  Wasserlinse  (Lemna),
welche  durch  ihre  schnelle  Entwickelung  sich  auszeichnet.  Mehrere ­
  Arten  derNajadeen,  wie  die  Zanichellia  und  das  artenreiche
Potamogeton  sind  nicht  nur  in  systamatischer,  sondern  auch  pflanzengeographischer ­
  Beziehung  nahe  verwandt.  Callitriche,  Ceratophyllum,
  Froschbiss  (Hydrocharis),  Tannenwedel  (Hyppuris  et
Myriopbyllnm)  und  Wassernuss  (Trapa),  dann  einige  Cryptogamen
  (Ricia,  Salvinia)  und  die  anspruchlosen  Lentibularien  vervollständigen ­
  das  Bild,  welches  die  Flora  der  Pusztenteiche  charakterisirt.

Wenn  der  Teich  keinen  genügenden  Wasserzufluss  hat,  so
wird  er  mit  derZeit  zum  Sumpfe.  Die  verfaulten  Theile  der
Wasserpflanzen,  welche  sich  in  der  Form  von  schwarzem  Humus
auf  den  Boden  des  Teiches  absetzen,  wachsen  mit  den  Jahren
zu  einer  so  mächtigen  Schichte  an,  dass  sie  fast  den  Wasserspiegel
erreichen.  Dann  siedeln  sich  die  zahlreichen  Vertreter  der  Sumpfflora, ­
  als  Riedgräser,  Teichmoose,  Wollgräser  und  Binsen  auf
dem  schlammigen  Grunde  an  und  bedecken  diesen  mit  einem
dichten  grünen  Rasen.  Wenn  auf  diese  Wiese  wieder  vieltausend
Pflanzen  -  Generationen  hier  ihr  Grab  gefunden  haben,  die  auf
diese  Weise  zu  Stande  gekommene  Wiese  immer  mehr  sich  befestigt ­
  und  das  Wasser  verdrängt  hat,  so  bildet  sich  eine  Moorwiese ­
  (Zsombekret),  woraus  mit  der  Zeit  wieder  fruchtbares
Ackerland  werden  kann.  An  solchen  feuchten,  ungesunden  Sümpfen ­
  ist  Nieder-Ungarn  sehr  reich  und  bildet  die  Aequatorialgrenze
  der  europäischen  Moor-Bildungen.
Die  Vegetationsform  unserer  Sumpf-  und  Wasserflora ­
  charakterisiren  im  Ganzen  über  284  Pflanzenarten.
Dagegen  bilden  blos  190  Pflanzen  die  V  egetationsferm
des  angebauten  Landes.
Wenn  wir  die  Zahl  der  Gattungen  und  Arten  der
Pflanzen  L'ngarns  und  seiner  Nebenländer  mit  jener  der  deutschen
(österreichisch,  deutschen  und  schweizer),  dann  der  süd-russischen
Flora  vergleichen,  so  erhalten  wir  folgende  Uebersicht:
            
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