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5. Die Wohnverhältnisse.
Bei Gelegenheit der Durchführung der letzten Volkszählung
wurden zum Erstenmale auch die Daten für die Nachweisung
der Wohnverhältnisse des ganzen Landes gesammelt. Die Zahl
der Gebäude kannte man schon in früheren Zeiten, die der Neben
gebäude (Scheunen, Ställe, Schöpfen u. s. w.), sowie deren ein
zelne Bestandtheile (Zimmer, Kammern, Küchen etc.) war jedoch*
bei uns noch nicht bekannt.
Im Ganzen wurden 2.450,213 Gebäude, beziehungsweise
Häuser nachgewiesen, unter denen 61,693 öffentliche Gebäude.
Auch die Bestimmung der Häuser war Gegenstand der Datensamm-
lung, und es ergab sich, dass
Nur zu öffentlichen Zwecken 19,470
Zu öffentlichen u. Wohn- » 42,905
Bios zu Wohn- » 2.232,007
Zu Wohn- und Gewerbs- » 159,882
Nur zu Gewerbs- » 5,949
Häuser dienten.
Unter den zu öffentlichen Zwecken verwendeten Gebäuden
sind die zahlreichsten die zu kirchlichen Zwecken dienenden (mit
24,456) und die zu Gemeinde-Zwecken benützten (mit 15,366),
was bei ersteren durch die vielen Kirchen, bei den letzteren
durch die Natur der Gemeinden, indem beinahe jedes Dorf ein
Gemeindehaus besitzt, erklärlich wird.
Bezüglich der Bauart der Häuser ergibt sich, dass zur
Zeit der Zählung 2,415,567 ebenerdige, 30,827 einstöckige und
3,819 zwei- und mehrstöckige Gebäude bestanden. Dieselben
Verhältnisse finden wir auch bei denWohnungen. Und zwar waren:
Kellerwohnungen 14,596
Ebenerdige Wohnungen 914,464
Im I. Stock 40,279
Im II. Stock und höher 8,686
Mansard wohnungen , 2,252
Hier ist noch zu bemerken, dass unter den Kellerwohnun
gen auch die am Lande theilweise in der Erde liegenden
Wohnungen(wie z. B. die Erdhütten der Zigeuner)inbegriffen sind,
ferner, dass bezüglich der Wohnverhältnisse zwischen der Stadt
und dem Lande ein grosser Unterschied besteht. Während