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Full text: Ungarn auf der Wiener Weltausstellung 1873 : Special-Catalog der ausgestellten Gegenstände der Urproduction, Gewerbe, Wissenschaft und Kunst

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Es ist wohl wahr, dass unter unsern alten Kunstdenkmalen 
des römischen Kunstfleisses und der römischen Künste meist nur 
Gegenstände dritten Ranges Vorkommen; auch ist nicht zu 
leugnen, dass unter den Ueberresten der Barbaren viel Charakte 
ristisches und von einander Abweichendes durch die Vermi 
schung der Begräbnissplätze so durch einander geworfen ist, dass 
es bis jetzt schwer wurde, das Zusammengehörige zu sichten 
ad zu ordnen, demnngeachtet sind unsere Funde schon ans dem 
Grunde überaus interessant, weil dieselben die Kette der orga 
nischen Verbindung des Ostens mit dem Westen und Norden 
bilden und die Uebergangs-Typen vorzüglich in Ungarn in gros 
ser Anzahl Vorkommen. 
Dort, wo die Alterthümer so reichlich sind, ist es unmöglich, 
dass das ackerbauende Volk dieselben nicht auffinden sollte ; und 
wer sollte nicht auf den weiten Ebenen Ungarns die hohen Hügel 
bemerken, welche schon in den ältesten Zeiten als Werke der 
Menschen auffielen? 
Die beim Ackerbau oder der meist durch Schatzgräber ver- 
aulassten Eröffnung jener Hügel gefundenen Alterthümer und Mün 
zen, dann die in den ausgedehnten Ruinen römischer Ansiede 
lungen und an den alten römischen Strassen gefundenen Kunst 
denkmale, Gräber, Meilenzeiger konnten unmöglich unbeachtet 
gelassen werden von einer Nation, welche nicht nur auf ihre aus 
Asien eingewanderten Vorfahren und deren Ueberreste, sondern 
zugleich auch darauf stolz ist, dass einer der schönsten und geseg 
netesten Theile ihres Vaterlandes eine Reihe von Jahren durch 
die Römer bewohnt und bebaut wurde. 
Schon in den ältesten Zeiten entstanden in Ungarn Samm 
lungen von Münzen und Alterthümern. Schon König Mathias und 
Istvänffy waren vorzügliche Sammler und Viele wurden auf die 
Sch ätze unseres Vaterlandes autmerksam, als unsere Landes 
söhne, in Ermanglung eines National-Museums, die alten Kunst 
gegenstände Pannoniens und Daciens an das Wiener Museum 
einzuliefern begannen. 
In dieser Hinsicht geschah am meisten in der bewegungs 
reichen Zeitperiode unter Maria Theresia und in den darauffol 
genden Jahren, wo die berühmten Sammlungen der S z e c h e n y i, 
Eszterhäzy, Festetics, Viczay, Räday, Teleky 
und Podmanicky entstanden, von denen einTheil schon ins 
Ausland gewandert, während noch ein ansehnlicher Rest im Va 
terlande verblieb.
	        
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