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alljährlich bedeutend zunahm und im Jahre 1871 laut amtli
chen Aufzeichnungen auf 50,546 Personen stieg, welche diese
AlterthUmer nicht nur sahen, sondern theilweise zugleich aut
deren Schonung aufmerksam gemacht und in deren Wichtigkeit
eingeweiht wurden. , . . .
Nach der Behauptung der ersten Autoritäten des Auslandes
ist unsere Münzsammlung, besonders was die vaterländischen
Münzen anbelangt, die erste, bezüglich der römischen und an
deren Münzen aber eine hervorragende zu nennen. Unseie
Sammlung der römischen Antiquitäten und in dieser besonders
die der Stein Denkmale erregten schon die allgemeine Aufmerk
samkeit; die Gegenstände aus dem Zeitalter der Barbaren um
unter diesen die Goldgegenstände aus der Zeit der Völkerwan
derung erfahren eine fortwährende Vermehrung ; unsere Wal-
fensammlung enthält viele schätzbare nationale Denkstücke,
während unsere Gold- und Edelstein-Kunstwerke und Schmuck-
gegenstände in Folge ihrer Auswahl und Anzahl einen Ehren
platz unter ähnlichen Sammlungen einnehmen.
Dem Gesagten zu Folge entstehen nicht nur Liebhaber lUr
Gegenstände der römischen und mittelalterlichen Kunst unseres
Vaterlandes, sondern die allgemeine Aufmerksamkeit erstreckte
sich auch auf die bisher weniger beachteten Obsidian-Gegen
stände der Hegyalja, steinerne Werkzeuge und Gerathe, Thon-
und Bronzgegenstände, welche nicht nur für das Studium dei
sogenannten prähistorischen Zeitperiode von Wichtigkeit sind,
sondern theilweise zugleich die anthropologischen und paläonto-
iogischen Verhältnisse unsers Landes beleuchten und dadurch
unser Land auch in dieser Hinsicht in die Reihe der andern
aufgeklärten europäischen Staaten zu versetzen geeignet sind.—
Zum Schlüsse ist noch die Anlage einer Sammlung von Töpfer-
waaren und sonstigen Hausgeräthen im National-Museum zu er
wähnen, welche als Ausgangspunkt des Studiums Uber unsern
Culturzustand der vergangenen Jahrhunderte dienen werden.
5. Höhere Unterrichts-Anstalten.
Zur Vermittelung der höheren geistigen Bildung bestehen
in Ungarn zwei Universitäten, nämlich die noch aus dem
17 Jahrhunderte stammende, später neu organisirte P e s t e r
und die auf Grund eines besondern Gesetzes in neuester Zeit in
Klausenburg gegründete Universität, ferner ein P o 1 y t e e h-