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Full text : Ungarn auf der Wiener Weltausstellung 1873 : Special-Catalog der ausgestellten Gegenstände der Urproduction, Gewerbe, Wissenschaft und Kunst

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Städten  eine  Fiseherei-Ordnung  ausgearbeitet,  welche  von  der
Regierung  genehmigt,  heute  noch  dort  in  Wirksamkeit  steht.
Diese  zwei  Verschriften  zum  Schutze  der  Fische  (die  des
Plattensee’s  und  jene  der  Zipser  Städte)  wurden  mit  der  Aufforderung
  an  alle  Jurisdictionen  des  Landes  versendet,  dass  sie  durch
ähnliche  Statute  insolange  zur  Schonung  der  Fische  in  den  Gewässern ­
  ihres  Gebietes  mitwirken  mögen,  bis  durch  die  Gesetzgebung ­
  diese  Angelegenheit  definitiv  geregelt  worden  sein  wird.
Die  Jurisdictionen  leisten  dieser  Aufforderung  mit  Bereitwilligkeit ­
  Folge  und  gelangen  täglich  solche  Statuten  an  das
Ministerium  für  Landwirthschaft,  Industrie  und  Handel  behufs
Genehmigung  ein.  So  wird  hoffentlich  auch  bis  zur  Verfügung  der
Gesetzgebung  die  Angelegenheit  der  Fischerei  bei  uns  Fortschritte
machen.
Es  ist  hier  noch  der  erfreuliche  Umstand  zu  erwähnen,
dass,  seit  der  Zeit,  wo  die  Regierung  zur  Hebung  der  Fischzucht
Verfügungen  zu  treffen  begonnen  hat,  sich  eine  bemerkenswerthe
Bewegung  und  ein  Interesse  an  der  Sache,  sowohl  bei  Oorporationen,
  als  einzelnen  Privaten  zeigt.  Namentlich  beabsichtigt  die
Stadt  Szegedin  die  auf  der  sogenannten  todten  Theiss  auf  einen
Terrain  von  800  Joch  und  in  der  todten  Marosch  auf  einer
Fläche  von  70  Joch  Fischteiche  anzulegen  und  beschäftigt  sich
ernstlich  mit  der  Ausführung  dieses  Projektes.
4.  Die  Seidenzucht.
Die  Seidenzucht  ist  fast  über  ganz  Ungarn  verbreitet  und
nur  die  nördlichsten  Comitate  bilden  in  dieser  Beziehung  eine
Ausnahme,  da  im  rauhen  Klima  derselben  der  Maulbeerbaum
nicht  mehr  gedeiht;  doch  hat  in  keiner  einzigen  Gegend  des  Landes ­
  die  Seideuzucht  eine  solche  Ausdehnung  erreicht,  dass  sie
zu  den  Haupterwerbsquellen  der  Bevölkerung  gerechnet  werden
könnte.
Als  Hauptpunkte  der  Seidenzucht  sind  gegenwärtig  die  Comitate ­
  Oedenburg,  Eisenburg,  Tolna  und  Bäcs,  die  frühere  Mililärgrenze
  und  die  Comitate  des  Banats  anzusehen  ;  ausser  in  diesen ­
  Gegenden  hat  derselbe  nur  in  den  Comitaten  Mittel-Szolnok
und  Kolozs  einige  Bedeutung  erlangt,  trotzdem,  dass  namentlich
in  den  südlichen  Comitaten  zahlreiche  Maulbeerpflanzungen  anzutreffen ­
  sind,  welche  die  Grundlage  einer  Entwicklung  der  Seidenzucht ­
  bilden  könnten.
            
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