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Full text : Ungarn auf der Wiener Weltausstellung 1873 : Special-Catalog der ausgestellten Gegenstände der Urproduction, Gewerbe, Wissenschaft und Kunst

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Verhältnisse  es  nöthig  machte,  mit  einer  ausgedehntem  Ausnützung ­
  den  Anfang  zu  machen.
Von  diesem  Zeitpunkte  an,  wo  die  gleichmässige  Vertheilung
  der  Gemeindelasten  ein  gesteigertes  Erträgniss  des  zu  ihrer
Tragung  berufenen  Besitzthumes  erforderte,  nahm  auch  die  Benützung ­
  der  Waldungen  eine  viel  grössere  Ausdehnung  an  und
waren  die  Forstwirthe  gezwungen,  ihre  Aufmerksamkeit  auf  die
Auffindung  jener  Mittel  und  Wege  zu  richten,  durch  welche  die
Verwerthung  ihres  Holzes  am  besten  erzielt  werden  konnte.
Da  es  an  Betriebscapital  fehlte,  so  bestand  die  Benützung
von  Seite  der  Grundbesitzer  eben  nur  darin,  ihr  Holz  gut  oder
schlecht  dem  erstbesten  Käufer,  der  sich  meldete,  zu  überlassen
und  die  Waldweide  durch  Hornvieh-,  besonders  aber  Schafzucht
so  viel  als  möglich  auszubeuten;  späterhin,  als  sich  durch  den
Beginn  der  öffentlichen  Bauten  und  durch  die  Ankunft  ausländischer ­
  Holzhändler  ein  regerer  Verkehr  entwickelte,  ward  auch
die  Verwerthung  eine  gesichertere  und  einträglichere.  Wenn  es
es  auch  heute  noch  Gegenden  gibt,  wo  die  ausgezeichnetsten
Bau-  und  Werkhölzer  zu  Brennholz  geschlagen  werden,  so  steht
doch  im  Allgemeinen  heutzutage  unsere  ForstbenUtzung  auf  dem
Punkte  der  Intensivität  und  wir  produciren  vom  einfachen  Siebreife
an  bis  zum  imposanten  Mastbaume  jedmögliches  Forstfabricat.
Die  Industrie  der  Forsthandfabricate  wird  in  grösserem  Massstabe
in  den  Bakonyer  Wäldern  von  den  Ungarn,  im  Norden  von  den
Slovaken,  in  Siebenbürgen  in  den  Waldungen  von  Topänfalu  von
den  Kumänen  und  schliesslich  von  den  Szeklern  auf  den  Csiker
Alpen  und  in  dem  Hargfta-Gebirge  betrieben.
Nach  der  kurzen  Beschreibung  der  forstlichen  Zustände
und  der  darauf  bezüglichen  wirthschaftlichen  Verhältnisse  mUssen
  wir  besonders  noch  hervorheben,  dass  unsere  Forste  hinsichthch
  der  Qualität  einzelner  Bestände  und  der  Hauptmassen  mit
KUcksicht  des  wirklich  als  kurz  zu  bezeichnenden  Benützungs-Zeitiaumes,
  nachdem  sie  fast  durchgehend  auf  gutem,  produktionskiäf
  tigern  Boden  stehen ;  im  Allgemeinen  genommen  ausgezeichnet
  genannt  werden  können.  Unsere  Nadelhölzer  liefern  das
schönste  Bau-  und  Werkholz,  wachsen  rasch  und  erreichen  die
Zeit  ihrer  technischen  Haubarkeit  meist  schon  im  80—100-sten
Jahre.
Unter  unsem  Eichen  findet  sich  Bau-  und  Werkholz  grösster ­
  Dimension,  und  sind  unsere  Buchen  —  sowie  die  Hölzer
zweiter  Klasse  —  zur  Fabriksindustrie  und  zu  kleineren  und  grös-
            
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