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Full text: Ungarn auf der Wiener Weltausstellung 1873 : Special-Catalog der ausgestellten Gegenstände der Urproduction, Gewerbe, Wissenschaft und Kunst

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sem Fabricaten sehr geeignet — weiters liefern unsere Forste 
zur Deckung des Brennbedarfes Holz in Hülle und Fülle, und 
überhaupt besitzen alle unsere Waldgegenden feine Holzarten, 
welche zu Handelszwecken brauchbar sind. 
Noch ist zu bemerken, dass bei der producirten Holzmasse 
das Verhältniss des Bau- und Werkholzes ein äusserst gün- 
S lg6S Unter dem mehr als 15.000,000 Joch betragenden Forst 
besitze finden sich mehrere hunderttausend, ja vielleicht mehr als 
eine Million Joch Waldgrund, der theils devastirt, theils durch 
Weide zu Grunde gerichtet oder durch leichtsinnige und unver 
ständige Handhabung in einen traurigen Zustand versetzt wor 
den ist; doch sind diese Flächen, mit wenigen Ausnahmen, mei 
stens solcher Art, dass sie durch rationelle Behandlung, und 
ohne grosse Opfer, wieder zu guten Wäldern herangezogen 
werden können. . 
Der Holztransport zu Wasser und zu Land erlreut sich 
eines solchen Aufschwunges, dass heutzutage beinahe kein oder 
doch nur ein geringes, 5—6 Percent betragendes Calo statt 
findet, während vor kaum einem Jahrzehend der Bringungsver 
lust im Allgemeinen 15—25 Percent betrug, wie viel er nur bei 
leichtsinniger Handhabung selbst heute noch betiägt. 
Die im Schwarzwalde bestehende Riesen-Flösserei ist auch 
bei uns einheimisch, und können wir zum nicht geringen Vortheile 
unserer Wälder bemerken, dass sich unsere Waldbäche zufolge 
ihres mässigen Wasserreichthums eben zu dieser Flossung gut 
eignende ß duktionskraft der Waldungen des ungarischen 
Staates beträgt, die bestockten und entholzten Flächen, sodann 
die Nadel- und Laubhölzer zusammengenommen, mit Rücksicht 
auf die Wachsthumsverhältnisse der verschiedenen Holzarten 
durchschnittlich pr. Joch 75 Kubikschuhe. 
Zur Charakterisirung unsers Waldbodens, der Qualität 
unserer Holzbestände und des Holzwacksthums-Verhältnisses be 
merken wir, dass es im Norden Fichtenbestände gibt, welche auf 
einem sandigen Lehmboden bei einem Alter von 100 Jahren mit 
einem durchschnittlichen Jahreszuwachs von 215 Kubikfuss per 
joch _ jochweise 240 Stämme aufweisen, deren Stammform 
zahl 0.49 beträgt. . , » 
In den südlichen Gegenden weisen unsere Lichen aut 
tiefem Lehmboden bei einem Alter von 100 Jahren einen Jahres 
zuwachs von durchschnittlich 75—100 Kubikfuss pr. Joch auf. 
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