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Full text: Ungarn auf der Wiener Weltausstellung 1873 : Special-Catalog der ausgestellten Gegenstände der Urproduction, Gewerbe, Wissenschaft und Kunst

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um eine ihren eigenen unmittelbaren Interessen entspre 
chende, Lösung der obschwebenden gewerblichen Fragen herbei 
zuführen. . 
Da wir später auf die Entwicklungsgrade der einzelnen 
Industriezweige und die mit denselben sich Beschäftigenden zu 
sprechen kommen, so wollen wir hier nur, um ein Bild davon zu 
geben, welch’ grosser Theil der Bevölkerung sich mit der In 
dustrie befasst, auf die folgenden allgemeinen Zahlen uns be 
schränken, mit dem Bemerken, dass bei der Percentenberech- 
nung die Volkszahl der einzelnen Länder der ungarischen Krone, 
für das ganze Gebiet aber die Zahl der Gesammtbevölke- 
rung (gleich 15.400,000 Seelen) zu Grund gelegt wurde. 
Mit Industrieund Handwerken beschäftigen sich: 
In Ungarn 534,500 = 4.8 Percent 
» Siebenbürgen . . . . 63,740 = 3.0 » 
» Fiume 3,200 = 18.1 * 
» Croatien und Slavonien 29,960 = 3.0 » 
» der gew. Militärgrenze . 15,500 = 1.3 » 
Im Ganzen und durchschnittlich 646,900 = 4. 2 o Percent. 
Hiezu sind schliesslich noch 50,000 Menschen zu rechnen, 
welche bei dem Bergbau und den Hüttenwerken beschäftigt sind. 
Es ist dies keine grosse Anzahl und noch weniger ein hohes 
Percent der Bevölkerung; es muss jedoch berücksichtigt werden, 
dass hier das ganze Land in Betracht kam, von dem es bekannt 
ist dass es vorwiegend Ackerbau treibt. Auch in andern 
Ländern, einige hochindustrielle mitteldeutsche kleine Staaten 
ausgenommen, ist es übrigens nicht das flache Land oder die 
Provinz, deren Bevölkerung ein grosses Percent von Industriellen 
aufweist. Auch wir stehen anders, wenn wir die natürlichen 
Hauptsitze der Industrie, die Städte, ins Auge fassen. Hier 
ändert sich sogleich das Verhältniss und es gibt bei uns Städte, 
und zwar selbst unter den kleineren, von deren Bevölkerung die 
Industriellen 25—30 Percent oder ein Drittel ausmachen. Solche 
sind: Temesvar, Kaschau, Pest, Pressburg, Grosswardein, Alt- 
Ofen, Gross-Kanizsa u. s. w. 
Auf die Beschaffenheit der Gewerbsthätig- 
k e i t, nämlich, ob die Handwerks- oder Fabriksproduktion ihr 
den Hauptcharakter leiht, können wir einigermassen einen Schluss 
ziehen aus den Zahlen, in welchen das Verhältniss der selbst 
ständigen Unternehmer zu den Arbeitern sich abspiegelt. Hier
	        
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