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Full text: Ungarn auf der Wiener Weltausstellung 1873 : Special-Catalog der ausgestellten Gegenstände der Urproduction, Gewerbe, Wissenschaft und Kunst

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kommen nur kleine Bäche vor, auf den Bergrücken zwischen 
der Donau und Theiss gibt es nur einige kleine Wasseradern 
aber Moräste, kleinere und grössere Teiche sind hier häufig, beson 
ders in der Gegend von Kalocsa. Im Alföld fehlt es übrigens 
nicht an Quellen und Bächen, nur ist ihr Wasser selten rein, 
sondern mit verschiedenen Salzen geschwängert. 
Im allgemeinen ist kein Mangel an Mineralwässern. Un 
garn besitzt 57 warme, 44 laue, Siebenbürgen 8 warme, 2 laue, 
Croatien-Slavonien 20 warme Quellen und Quellengruppen. Auch 
gibt es in weitern Kreisen bekannte und stark besuchte Bäder 
in und um die Orte : Algyögy, Unter-Väcza, Bajmöcz, Belics, Bor- 
szek, Ofen, Daruvär, Erlau, Elöpatak, Gran, Ganöcz, Harkäny, 
Heviz (Keszthely), Kapläck, Krapina, Lajta-Bodäny, Lippik, 
Lucski, Mehädia, Menyhäza, Grosswardein, Pöstyen, Rajecz, 
Skleno, Szliäcs, Sztubicza, Sztubnya, Szutinszka, Toplicza, To- 
puszko, Trencsen-Teplicz und Vihnye etc. Besonders zahlreich 
sind ausserdem die Säuerlinge und Kochsalz-, zahlreich auch die 
Schwefel-, alkalischen und Bittersalzquellen. 
Nicht besonders günstig für die Schiffahrt und Communica- 
tion des Landes ist der Umstand, dass mit Ausnahme einiger 
kleinerer Gränzflüsse, sämmtlicke Gewässer Ungarns in die 
Donau münden, und dass die Donau an der südlichen Gränze 
des Landes gegen Osten, und in das schwarze Meer fliesst. Das 
ohnehin geringe Meergestade Ungarns ist durch hohes Gebirge vom 
Draugebiete getrennt. Die regelmässige Schiffahrt in der Save er 
streckt sich aufwärts nur bis Sziszek, welche Stadt von Fiume noch 
weit entfernt ist. In der Drau gehen die Dampfschiffe aufwärts nur 
bis Bares. Die ßaab ist nicht schiffbar, und auf dem ganzen 
westl. Ufer der Donau ist nur der Plattensee schiffbar, aber selbst 
auf diesem konnte sich keine lebhafte Communication entwickeln, 
weil an den Ufern desselben keine grösseren, bevölkerten, indu 
striellen und commerciellen Orte liegen. 
Auch die Flüsse der nordwestlichen und nordöstlichen Ge 
birge sowie Siebenbürgens sind wenig oder gar nicht schiffbar, 
und eigentlich kann nur die Donau und der untere Theil der 
Theiss regelmässig befahren werden. Aber auch zwei Sectionen 
der Donau, nämlich zwischen Pressburg und Gönyö, sowie zwi 
schen Neu-Moldova und Orsova sind bei kleinem Wasserstande 
unfahrbar. 
Auf der Theiss konnten die Dampfschiffe früher bis Tokaj
	        
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