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Full text : Ungarn auf der Wiener Weltausstellung 1873 : Special-Catalog der ausgestellten Gegenstände der Urproduction, Gewerbe, Wissenschaft und Kunst

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Die  ausgebreitesten  Flussablagerungen  finden  wir  in  den
alten  und  neuen  Inundations-Gebieten  der  grossen  Flüsse  des
Landes  (Donau,  Theiss,  Save,  Drau  u.  s.  w.).  Sie  erstrecken
sich  in  verschiedener  Ausdehnung  (1  —  6  Meilen)  an  beiden  Flussnfern;
  das  grösste  Inundationsgebiet  befindet  sieb  in  dem  südlichen ­
  Theile  des  Landes,  da  wo  sich  die  Flussgebiete  der  Donau,
Theiss,  Temes,  Drau  und  Save  mit  einander  vereinigen.
Das  Material  der  Alluvionen  ist  Thon,  Sand-  und  Steingerolle,
  welches  je  nach  der  Schnelligkeit  und  Menge  der  Gewässer
sich  ablagert.
Von  Gebilden  der  Teiche  und  Sümpfe,  oder  Moorbildungen,
sind  in  Ungarn  beide  Formen  die  der  Hoch-  und  Tiefmoore  vorhanden. ­

Hochmoore  kommen  ausschliesslich  nur  in  den  Karpathen ­
  und  zwar  in  dem  Sandsteingebiete  derselben  vor.  Diese  sind
von  geringerer  Ausdehnug  und  finden  sich  in  flachem  Thälern.
Nur  die  höchsten  Theile  der  Arva,  deren  Wässer  nach  Süden  fliessen,
  enthalten  ein  ausgedehnteres  Hochmoor  von  6—-8  Geviert-Meilen.
  Sporadisch  auftretende  kleinere  Hochmoore  sind  bisher  im
Trentschiner,  Liptauer,  Zipser  nnd  Biharer  Comitate,  sowie  im
Csiker  Stuhle  (bei  Borszek)  bekannt.  Der  Torf  der  Hochmoore  ist
leichter,  von  brauner  Farbe,  gibt  weniger  Asche,  und  hat  nur
eine  mittelmässige  Dichtigkeit.
Tiefmoore  kennen  wir  nur  in  den  Ebenen.  Deren  Untergrund
bildet  meist  ein  zäher  blaugrauer  Tegel,  seltener  ein  dichter,
scharfer  Quarzsand.  Der  grösste  Theil  der  Tielmoore  befindet  sich
im  Gebiete  der  neuesten  und  quaternären  Bildungen.  Am  Rande
der  ausgedehnteren  Moore  dieser  Art  finden  wir  Inseln  und  Hügel, ­
  welche  meistens  aus  Sand  und  Thon  bestehen.  Dieselben  haben ­
  keine  grosse  Tiefe,  denn  nach  zahlreichen  in  Niederungarn
angestellten  Messungen  zeigt  sich  schon  bei  6—8  Fuss  fester  Untergrund ­
  ;  blos  im  Marczaler  Sumpfe  bei  Hegyes  wurde  der  Untergrund ­
  erst  in  einer  Tiefe  von  15  Fuss  gefunden.  Der  grösste  Theil
der  Tiefmoore  enthält  Torflager.  Ihr  Torf  ist  von  brauner  oder
schwarzer  Farbe,  dichter,  besser  zersetzt  und  enthält  mehr  Asche,
als  der  Torf  der  Hochmoore.
Die  Moorbildungen  kommen  theils  in  Vertiefungen  von  der
Form  ausgedehnter  Becken  vor,  welche  häufig  Meilen  weit
sich  erstreckende  Teiche  oder  teichartige  Sümpfe  bilden,  theils
finden  sie  sich  in  kleineren  flachen  Thalmulden,  ausserdem  tre-
            
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