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Full text: Ungarn auf der Wiener Weltausstellung 1873 : Special-Catalog der ausgestellten Gegenstände der Urproduction, Gewerbe, Wissenschaft und Kunst

Wachsthum des Getreides und die Fruchtbildung hindert, sondern 
auch den Grasboden versengt, Futtermangel erzeugt und so zu 
Hungersnoth und Entstehung von Seuchen Veranlassung gibt; — 
während zu andern Zeiten die meist seichten Flussbette die ihnen 
zufliessende Wassermenge nicht zu fassen und fortzufiihren ver 
mögen, wodurch Ueberschwemmungen entstehen, die sich mitunter 
auf einen Flächenraum von 60—110 Geviertmeilen erstrecken. 
Da es nun in Ungarn viele Gegenden gibt, deren Niveau tiefer 
liegt, als die Ufer der sie durchziehenden Flüsse, so kann bei sol 
chen Ueberschwemmungen das Wasser nicht sobald zurückflies- 
sen und ist diesem Umstande die lange Dauer solcher Ueber 
schwemmungen, die oft Wochen und Monate hindurch anhält, 
beizumessen. 
Begreiflicherweise nimmt die Zahl der Schnee fälle mit 
der Höhe der Beobachtungsstationen zu. In den beiden ungarischen 
Ebenen beträgt sie durchschnittlich 23 Tage, welche sich auf die 
Monate November bis April vertheilen. In den westlichen und 
süd-westlichen Gegenden zwischen dem Plattensee und der Grenze 
von Steiermark beträgt sie 30—35, in Siebenbürgen 44, im Hoch 
lande aber 50 Tage. 
4. Das Klima im Allgemeinen. 
Nachdem wir in dem Vorausgeschickten die wichtigsten Fak 
toren des Klima’s besprochen haben, so wollen wir noch den all 
gemeinen Verlauf der Witterung in Ungarn zu schildern versuchen 
und dabei hauptsächlich die Verhältnisse des Tieflandes ins Auge 
fassen, da jene des Mittel- und Hochlaudes sich von denen ande 
rer Länder gleicher Erhebung wenig unterscheiden. 
Das Klima des ausgedehnten ungarischen Tieflandes ist 
ein vorwiegend continentales — sehr schwankend und excessiv 
— der ausgleichende Einfluss des Meeres ist hier nicht mehr 
wahrnehmbar. 
Der Winter ist im Allgemeinen streng, doch sehr verän 
derlich und nach den Jahren sehr verschieden ; im Mittel beginnt 
er Ende November mit Frost und Sclmeefall, die Kälte erreicht 
oft im Dezember schon einen hohen Grad, mitunter tritt sie aber 
erst Ende Jänner ein. Die Schneedecke ist nur einige Centimeter 
dick und selten lange andauernd, erneuert sich jedoch mehre 
ren) ale.
	        
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