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Full text : Schweden : Weltausstellung 1873 in Wien

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QR.  XVII.  MARINEWESEN.

dem  Focus  des  Apparates  wird  dahin  gebracht, ­
  dass  es  horizontal  durch  Brechung
in  der  Linse  des  Mitteltheils  und  sowohl
durch  Brechung  als  auch  durch  Reflection
in  den  Linsen  der  Krone  darüber  und  dem
Ringe  darunter  ausgeht.
An  den  jetzt  in  Feuern  angewendeten
Spiegeln  ist  immer  die  reflectirende  Seite
versilbert.  Der  Form  nach  sind  sie  entweder ­
  parabolisch-concave  Spiegel  hinter
der  Lampenflamme  oder  auch  sog.  Sideral-Reverberen,
  zusammengesetzt  aus  zwei  Spiegelflächen, ­
  die  eine  über  und  die  andre  unter ­
  der  Flamme.  Von  der  ersteren  geht
das  Licht  der  Lampe  in  dem  Focus,  zurückgeworfen ­
  von  dem  vertical  gestellten  Spiegel, ­
  parallel  mit  oder  etwas  divergirend
von  der  horizontalen  Achse  des  Spiegels.
In  derSideral-Reverbere  werden  von  den  überund ­
  unterliegenden  parabolischen  Flächen
die  aufwärts  und  abwärts  gerichteten  Lichtstrahlen ­
  reflectirt,  sodass  sie  horizontal  ausgehen. ­

Die  in  der  letzten  Zeit  bedeutend  vermehrte ­
  Anzahl  der  Feuer,  wodurch  die
Entfernungen  zwischen  den  benachbarten
vermindert  worden  sind,  hat  die  Nothwendigkeit
  hervorgerufen,  zur  Verhinderung
der  Verwechslung  ausser  der  älteren  Weise
-—  nämlich  mittels  Anwendung  von  Feuern
mit  einem  stillstehenden  Schein  oder  mit
zwei  stillstehenden  Scheinen  oder  mittels
starker  Blicke  und  Verfinsterungen  zwischen
denselben  —  Feuer  anzuwenden  theils  mit
gefärbtem,  gewöhnlich  rothem  Lichte,  theils
mit  veränderter  Stärke  des  Lichts,  d.  h.  festes
Licht,  abwechselnd  mit  starken  Blicken,  theils
mit  wechselndem  rothem  und  weissem  Lichte
und  mit  mehren  anderen  Variationen.
Allgemeiner  als  anderswo  sind  in  der
neuesten  Zeit  eiserne  Leuchtthürme,  theils
offene  eiserne  Thürme,  theils  von  eisernen
Platten,  in  Schweden  angewendet  worden.  Die
in  älteren  Zeiten  aufgeführten  sind  von  Steinen ­
  oder  von  Holz.  Ausser  den  sog.  Küstenfeuern, ­
  welche  nebst  den  Feuerfahrzeugen
von  dem  Staate  unterhalten  werden,  giebt
es  auch  mehre  kleinere  sog.  Leitfeuer  und
Hafenfeuer,  welche  in  der  Regel  von  Communen
  oder  Einzelnen  unterhalten  werden.
Sofern  nicht  anders  vorgeschrieben  ist,
werden  die  Feuer  beim  Untergange  der
Sonne  angezündet  und  leuchten  bis  zum
Aufgange  derselben  in  der  ganzen  Zeit
des  Jahres,  in  welcher  die  Schifffahrt  in  |

der  Nähe  des  Feuers  nicht  durch  Eis  gehindert ­
  wird.  Die  Feuerfahrzeuge  werden
alljährlich  zu  der  Zeit  ausgelegt,  da  keine
Gefahr  durch  Eis  mehr  vorhanden  ist,  und
werden  wieder  eingebracht,  wenn  ihre  Sicherheit ­
  durch  Eis  bedroht  wird.  Wo  eine
Glocke  oder  ein  Gongong  vorhanden  ist,
um  damit  bei  deisiger  und  dicker  Luft
Warnungssignale  zu  geben,  geschieht  dies
mit  kurzen  Zwischenpausen  und  immer  mit
mehren  Schlägen  oder  Wirbeln  kurz  nach
einander.  Von  gewissen  Feuerplätzen  werden ­
  Signale  von  Fahrzeugen  mit  Kanonenschüssen ­
  beantwortet.  An  dem  Feuerplatze
Vinga  (im  Kattegatt)  ist  ein  Mist-Hifthorn ­
  von  amerikanischer  Construction  aufgestellt, ­
  welches  bei  dicker  Luft  in  jeder
Minute  einen  oder  zwei  starke,  etwa  5
Secunden  anhaltende,  gellende  Trompetenstösse
  giebt,  die  unter  günstigen  Umständen ­
  1  —  Uj  geogr.  Meile  weit  zu  hören ­
  sind.
An  verschiedenen  Theilen  der  Küste
und  auf  Gotland  hat  die  Fischerei  treibende
Bevölkerung  das  Recht,  wenn  solches  erforderlich ­
  ist,  den'  draussen  befindlichen
Fischerbooten  zur  Leitung  kleine  sog.  Fischereifeuer ­
  anzuzünden,  von  denen  immer  zwei
neben  einander  brennen  sollen,  und  deren
Lichtstärke  so  gering  ist,  dass  sie  mit  dem
starken  Lichtschein  der  jetzigen  Feuer  nicht
verwechselt  werden  kann.  Auch  in  den
Landseen  und  an  mehren  Kanälen  im  Innern ­
  des  Landes  werden  von  einzelnen
Communen  oder  Interessentschaften  Feuer
unterhalten  (im  Vener  sind  von  solchen
nicht  weniger  als  38  vorhanden).  Diese,
die  nicht  unter  der  Controle  des  Staates
stehen,  sind  nicht  in  der  folgenden  Uebersiclit
  über  die  schwedischen  Feueranstalten
i.  J.  1872  aufgenommen:

Bottnischer  Meerbusen
Ost-See
Öresund
Kattegatt
Vener-See
Vetter-See

Feuer.
Anzahl.

Feuerfahrzeuge. ­

Anzahl.

19
35
6
17
1
1

4
4
1

Davon  sind  16  Feuer  private,  die  übrigen ­
  72  gehören,  dem  Staate.  Die  Anzahl
der  Feuer  war  zu  Anfang  dieses  Jahrhunderts ­
  nur  12,  von  denen  in  9  Steinkohlen
            
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