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Full text: Schweden : Weltausstellung 1873 in Wien

GE. XVIII. BAU- UXD C1VIL1NGENIEUKWESEN. 
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communicationen in erweiterten Seecommu- 
nicationen, in den in späterer Zeit von der 
Postbehörde eingerichteten Diligencen, wel 
che auch Reisendebefördern u. a. m. Wege 
geld wird nicht erlegt' und Brückengeld 
nur ausnahmsweise. Wo Fähren die Com- 
munication über Gewässer vermitteln, wird 
Fährgeld erlegt. 
Eisenbahnen. Die älteste Bahn für 
Locomotiven in Schweden ist die Privat 
bahn, welche die Seen Mälar und Vener 
verbinden sollte, oder die sog. Köping— 
Hult-Bahn, welche aber infolge der Un 
redlichkeit ausländischer Unternehmer und 
Direktionsmitglieder niemals in ihrer gan 
zen Ausdehnung zu Stande gekommen ist, 
sondern wovon nur ein Theil dem Betrie 
be am 5 März 1856 eröffnet wurde, sodass 
die schwedischen Eisenbahnen sich von die 
sem Tage datiren, 
Gemäss Reichstagsbeschluss am 18 Nov. 
1854 werden die Bahnen des Staates, die 
sog. Stammbahnen, durch die unmittelbare 
Fürsorge und auf Kosten des Staates an 
gelegt und ausgeführt, und die erste Ar 
beit begann im folgenden Jahre, sodass 
ein Theil dem Betriebe i. J. 1856 überge 
ben werden konnte, und seit dieser Zeit 
sind alljährlich neue Bahntheile eröfEnet wor 
den. Bis zum Ausgang des Jahres 1862 
war die högste Leitung sowohl der Anlage 
als auch des Verkehrs in der Hand eines 
einzigen Mannes (des Freiherrn N. Ericson) 
vereinigt, wurde aber darauf getheilt in die 
jetzige Königl. Direction (Styrelse) der Ei 
senbahnbauten des Staates und in die Kgl. 
Direction des Eisenbahntrafiks des Staates. 1 ) 
Die Stammbahnen, welche zusammen 
ein vollständiges Netz bilden, umfassen fol 
gende Theile: 
Die westliche Stammbahn: Stockholm— 
Göteborg, 
die südliche d:o: Falköping—Malmö, 
die nordwestliche d:o: Laxä—norwegi 
sche Grenze, 
die östliche d:o: Katrineholm—Nässjö 
(unvollendet), 
die nördliche d:o : Stockholm—nordwärts 
(desgl.). 
') Die letzgenannte publicirt jährliche Berichte: 
”Bidrag tili Sveriges officiela Statistik. L.) 
Statens jernvägstrafik" (Staats-Eisenbahnen- 
trafik): 1862—1871. Diese Berichte enthal 
ten auch Uebersichten für die Privatbahnen. 
Schweden. 
Durch die nordwestliche Stammbahn ist 
die Verbindung mit Kristiania und den 
norwegischen Eisenbahnen hergestellt, die 
östliche wird einen kürzeren Weg von der 
Hauptstadt nach den südlichen Ortschaften 
herstellen, als jetzt die westliche und die 
südliche Stammbahn, ist aber in diesem 
Augenblicke erst bis Linköping fertig, und 
die nördliche soll durch Norrland fortge 
setzt werden, ist aber jetzt erst bis Upp 
sala eröfEnet. Die Staatsbahnen sind sog. 
breitspurige (4'83 schw. Fuss oder D435 
Meter) mit 2D5—22’5 1t Schienengewicht 
per Fuss. Wagenklassen giebt es drei, 
und die Preise sind in den gemischten Zü 
gen für die schwed. Meile R:dr 0'75 für 
die 1 KL, 0'50 für die 2 Kl. und 0’30 
für die 3 Kl. (wozu er neulich von '0'25 
erhöht worden ist). In den Schnellzügen, 
in denen es in der Regel keine Wagen der 
dritten Klasse giebt, sind-die Preise: 1 Kl. 
0-80 und 2 Kl. 0-60 R:dr. 
Zur Anlage privater Bahnen hat der 
Staat bedeutende Unterstützungen herge 
geben theils als Anschläge und theils als 
Anleihen, sodass der Staat Ende 1871 etwa 
14 Mill. R:dr zu fordern hatte; ausserdem 
hatte der Reichstag für die Jahre 1872— 
1876 der Regierung 10 Mill. R:dr zur 
Disposition gestellt, um davon jährlich 2 
Mill. R:dr als Anleihen ausgeben zu können. 
Die Privatbahnen können in zwei Arten 
eingetheilt werden, nämlich in solche, die 
mit den Staatsbahnen in Verbindung stehen, 
und in solche, die, ohne in einer solchen 
Verbindung zu stehen, zur Unterhaltung ei 
nes gewissen Trafiks angelegt sind. Die 
erstgenannten (Zweigbahnen) haben mit den 
Staatsbahnen in der Regel eine gleiche Spur 
weite und waren Ende 1871 an Zahl 8; 
die Mehrzahl unter den letzteren dagegen 
ist schmalspurig (bis hinab zu 2’65 schw. 
Fuss (0 , 787' n ); die wichtigste gleichwohl, 
die Gehe—Dala-Bahn, 91'9 Kilom. lang, 
sowie auch eine andere 10‘7 Kilom. lange, 
ist breitspurig); ihre Anzahl Ende 1871 
war 9. Ausserdem giebt es bei Bergwerken 
2 Locomotivbahnen, zusammen 22 Kilom. 
lang, und 17 Pferdebahnen, wenigstens 30 
Kilom. lang. (Vgl. die vorstehende Karte.) 
Die oben erwähnten Eisenbahnen, die 
den allgemeinen Trafik 1871 unterhielten, 
waren folgende: 
10
	        
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