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Full text: Schweden : Weltausstellung 1873 in Wien

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GR. I. BERGBAU UND HÜTTENWESEN. 
eine Kiste mit geschmiedeten Nägeln ver 
schiedener Dimensionen; 
Riss einer Arbeiterwohnung für 2 Familien ; 
» » » w 4 » 
» » » » 8 » 
» » » » 10 » 
» « Aufseherwohnung; 
>' » Wohnung eines Arbeiters auf De 
putat; 
» » Köthnerhütte; 
» » Kutscherwohnung; 
» des Eisenbalmhofes bei Finspong; 
alte Eisenbahnschienen, 7 it per schwed. 
Fuss wiegend, in Finspong angefertigt, welche 
17 Jahre auf der Fiskeby-Bahn gelegen und 
eine Last von 10,000,000 Ctr getragen haben, 
wobei die höchste Belastung eines jeden Räder 
paares 150 Ctr und der Abstand zwischen den 
Schwellen von der Mitte zur Mitte 3' gewesen ist. 
26, Gruppe: 
Verschiedene Arbeiten von Schulkindern aus 
geführt; Schulbücher; 
Zeichnung des neuen Schulhausesin Finspong. 
Bei Bearbeitung der Gruben, des Eisens und 
beim Ackerbau werden ungefähr 950 Pferdekraft 
Wasser und circa 80 Pferdekraft Dampf angewandt. 
Der Verbrauch an Rohmaterialien während 
eines Jahres beträgt: 
250,000 Ctr Eisenerz aus eigenen Gruben; 
150,000 » » gekauft; 
30,000 Lasten (ä 75,5 Kbf.) Kohlen aus ei 
genen Wäldern; 
9,000 Lasten Kohlen gekauft; 
78,000 Kbf. Steinkohlen; 
1.500 » Coaks; 
40,000 Ctr Kalkstein aus eigenem Kalkbruche; 
7,000 Dutzend Sägeblöcke aus eigenen Wäl 
dern ; 
4.500 Ctr englisches Gusseisen. 
Producirt wird : 
45,000 Ctr Gusseisen zum Verkauf; 
145,000 >» dito zu weiterer Veredelung; 
105,000 » Stab-, Bund-, Band- und FaQon- 
eisen; 
5,000 » Luppenstücke zum Verkauf; 
2.300 » Nägel; 
2,000 Standards gesägtes Holz; 
15,000 Ctr Kanonen und Geschosse; 
10,000 » andere Gnsssachcn und Maschinen; 
10,000 Kbf. Roggen: 
1,600 » Gerste; 
2,200 » Weizen; 
26,000 »> Hafer; 
9.500 » Wurzelfrüchte; 
2,900 » Wicken; 
1.300 » Erbsen; 
19,500 Ctr Heu; 
18,000 Kannen Holztheer; 
12,000 » verschiedene Producte trocke 
ner Destillation; 
20,000 Terpentin. 
ln der Production ist das nicht mit einbegrif 
fen, was die Arrendatoren ernten. 
Alle Hohöfen und Schmelzherde werden aus 
schliesslich mit Holzkohlen gefeuert. 
Bei dem Etablissement sind angeslellt 36 Ver 
walter, Ingenieure, Werkmeister und Comptoin- 
sten, sowie Arbeitsaufseher und Arbeiter in den 
verschiedenen Zweigen des Eabrikswesens wie folgt: 
Bei den Gruben und Grubenantheilen in Fin 
spong 96 Mann, bei den Eisenwerken, Sägemüh 
len, Giessereien und mechanischen Werkstätten 
370 beständige männliche Arbeiter, 30 Knaben 
und 156 periodische männliche Arbeiter, beim Koh 
lenbrennen und Holzfällen 40 beständige und 20 
periodische männliche Arbeiter, beim Ackerbau 151 
Männer und 78 Weiber mit beständiger Beschäf 
tigung und 20 periodische männliche Arbeiter. 
Die Anfertigung von Kanonen und Projecti- 
len ist von Alters her bei einigen im mittleren 
Schweden gelegenen Eisenwerken, welche für 
diesen Zweck geeignete Erze besassen, betrie 
ben worden und die mit Benutzung von Holz 
kohlen, kaltem Gebläse und langsamem Schmelz 
gange das durch seine ungewöhnliche Stärke, Ela- 
sticität — Eigenschaften, die das Eisen befähi 
gen, auch wenn die Bruchfläche weiss ist, sich 
mit scharfem Eisen bearbeiten zu lassen — und 
eine gewisse Schmiedbarkeit berühmte schwedische 
Kanonen-Gusseisen geliefert haben. Bis in die 
Mitte dieses 1 Jahrhunderts bezogen die meisten 
europäischen Nationen ihr Kriegsmaterial von die 
sen Werken. 
Bei Einführung des Panzers und den dadurch 
gesteigerten Ansprüchen auf grobe, weitschies 
sende und wirksamere Artillerie, die nicht nach 
der alten Methode durch directen Guss aus dem 
Hohofen hervorgebracht werden konnte, gab man 
die Kanonengie8serei bei allen diesen Werken auf, 
ausgenommen bei Finspong, wo man sich beeilte 
eine neue, grossartige und zeitgemässe Kanonen- 
giesserei aufzuführen, 2 grössere und 2 kleinere 
Reverberir-Oefen für Umschmelznng des Gussei 
sens enthaltend, und die ganze Maschinen-Werk- 
stätte von Grund aus zu verändern, um gezogene 
Artillerie grössten Kalibers bearbeiten zu können 
und wählte man das französische Kanoneusystem 
mit von Stahlbändern umgebenen gegossenen Ka 
nonen und Schrauben-Hinterladungsmechanismen, 
welches System auch bei vielfach angestellten 
Schiessproben sich vollkommen kriegstauglich ge 
zeigt hat und wegen seines im Verhältnisse zu 
anderen Constructionen von Kanonen äusserst bil 
ligen Preises leicht anzuschaffen ist, und haben 
sowohl der schwedische wie der holländische und 
dänische Staat während mehrerer Jahre sich mit 
groben, gezogenen Kanonen von Finspong versehen. 
Zur Anfertigung von panzerbrechenden, in Co- 
quille gehärteten massiven und hohlen Spitzku 
geln für gezogene Kanonen haben Finspong und 
Ankarsrum sich vereinigt, um eingehende grös 
sere Bestellungen schnell ausführen zu können, 
wobei beide Werke dieselbe Arbeitsmethode und 
einerlei Materialien anwenden. Diese Geschosse 
haben sowohl im Lande selbst für die schwedi 
sche Artillerie und Marine als auch in Frank 
reich, Holland, Dänemark und Norwegen Absatz 
gefunden; ausserdem sind kleinere Probensendun 
gen nach Belgien und England gemacht worden. 
Die Staatsabgaben für Finspong und die dazu 
gehörenden Besitzungen belaufen sich auf 4,607,60 
R:dr und die Communalabgaben auf 4,654,92, je-
	        
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