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Full text : Schweden : Weltausstellung 1873 in Wien

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GR.  I.  BERGBAU  UND  HÜTTENWESEN.

in  Kopparberg-Län  und  verwenden  Erze
aus  dem  obengenannten  Svartberge.
Die  Fabrication  des  Roheisens  für  gewöhnliche ­
  Giesserei-Bedürfnisse  geschieht,
vermittelst  Trisilicat-Gattirung,  ist  aber  nicht
sehr  bedeutend,  sondern  es  wird  solches  Eisen ­
  sogar  aus  England  und  Schottland  eingeführt. ­
  Dagegen  wird  bei  einigen.  Hohöfen
  ein  durch  seine  grosse  Stärke  ausgezeichnetes ­
  Gusseisen  fabricirt  und  ist  dieses ­
  unter  anderem  bei  Finspong,  dessen
Gusseisen  zu  Kanonen,  Geschossen,  Eisenbahnwagenrädern ­
  u.  s.  w.,  und  bei  Ankarsrum,
  dessen  Gusseisen  vorzugsweise  zu
Geschossen  und  Eisenbahnkreuzungen  angewendet ­
  wird,  der  Fall.
Schliesslich  wird  auch  Roheisen  für
schmiedbaren  Guss,  wie  z.  B.  Aker  und
Kihlafors,  producirt.
Die  Hohofenschlacke  wird  oft  als  Baumaterial ­
  angewandt  und  zu  dem  Zwecke
in  Roheisenformen  ausgegossen.
In  Folge  der  Schwierigkeit,  an  einem
und  denselben  Ort  grosse  Mengen  Holzkohle ­
  und  Erz  zusamnienzuführen,  hat  man
bis  auf  die  letzten  Jahre  nur  an  einer  einzigen ­
  Stelle,  nämlich  bei  Finspong,  2  Hohöfen
  gehabt,  und  bei  den  meisten  Werken
haben  die  Materialien  nicht  zugereicht,  den
einzigen  Hohofen  das  ganze  Jahr  hindurch
in  Gang  zu  halten.  Zu  der  Mehrzahl  der
schwedischen  Hohöfen  muss  nämlich  das
Material  während  des  Winters  auf  Schlitten ­
  angeführt  werden,  und  das  Blasen  beginnt ­
  daher  in  der  Regel  erst  bei  Eintritt
des  Winters  und  ist  die  Dauer  des  ersteren
  von  der  Beschaffenheit  des  letzteren
in  sehr  wesentlichem  Grade  abhängig,  denn
je  besser  und  anhaltender  die  Schlittenbahn
ist,  um  so  mehr  Materialien  können  angeschafft ­
  werden.  Aber  nur  an  verhältnismässig ­
  wenigen  Stellen  hat  man  während
eines  Winters  so  viel  Kohlen  und  Erz  zusammenführen ­
  können,  dass  das  Blasen  bis
zum  Eintritt  des  nächsten  Winters  betrieben ­
  werden  konnte,  sondern  erreicht  dasselbe
in  den  meisten  Fällen  sein  Ende  schon  zu
Anfang  oder  in  der  Mitte  des  folgenden
Sommers,  und  die  beim  Hohofen  beschäftigt ­
  gewesenen  Leute  werden  dann  bei  der
Ernte  verwendet.  Es  giebt  doch  Beispiele,
dass  das  Blasen  an  einem  und  demselben
Orte  ohne  Unterbrechung  6  Jahre  hindurch
fortgesetzt  worden  ist.

Bei  einigen  der  alten  Eisenwerke,  die
bessere  Communicationen  haben,  sind  in
den  letzten  Jahren  neben  den  alten  Hohöfen ­
  neue  gebaut  worden,  so  dass  es  nunmehr ­
  nicht  allein  bei  Finspong,  sondern
auch  bei  Westanfors,  Sandviken,  Hofors,
Dalkarlshyttan  und  Forsbacka  zwei  derselben ­
  giebt.  Ausserdem  ist  bei  etlichen  anderen ­
  alten  Werken  ein  zweiter  Hohofen
im  Bau  begriffen,  und  bei  einigen  der  während ­
  der  beiden  letzten  Jahre  beschlossenen, ­
  aber  noch  unvollendeten  Bessemer-Anlagen
  hat  man  sogar  die  Absicht,  3  bis
4  Hohöfen  aufzuführen.
Im  Jahre  1871  wurden  in  207  Hohöfen, ­
  die  zusammen  37,471  Tage  in  Gang
waren,  6,892,026  Ctr  Roheisen  in  Gänzen
und  136,385  Ctr  in  Gusswaaren  oder  in
Summa  7,028,411  Ctr  (298,760,740  Kil.)
Roheisen  producirt.  Hierzu  wurden  bei  den
Hohöfen  selbst  3,812  Arbeiter  verwendet.
Schmiedeeisen  und  Stahl-Fabrication.
Die  in  Schweden  gewöhnlichste  Methode
des  I  rischens  ist  die,  welche  Lancashire-Frische
  genannt  wird.  Dies  ist  ein  Bruchfrischen, ­
  welches  in  bedeckten  Herden  vor
sich  geht,  und  das  aus  ihnen  erhaltene  Luppeneisen ­
  wird  darauf  in  besonderen  Oefeu
geschweisst.  Die  Herde  haben  bisweilen
nur  eine,  gewöhnlich  aber  zwei  einander
gegenüberstehende  Formen.  Jede  Formöffnung ­
  in  einem  2  förmigen  Herde  ist  ungefähr ­
  40  □  Linien  (4  □  Centim.).  Die
Pressung  der  Gebläseluft  ist  circa  27  Linien ­
  Quecksilber  und  seine  Temperatur  zwischen ­
  100°  und  200°  C.  Für  jede  Luppe
wird  gewöhnlich  etwas  über  2  Ctr  (85  Kil.)
Roheisen  aufgesetzt;  dieses  Quantum  variirt
doch  an  den  verschiedenen  Stellen  zwischen
1-6  und  3  Ctr  (68—128  Kil.).  Die  Arbeit ­
  gellt  mit  4  bis  6  Mann,  welche  sich
so  ab  wechseln,  dass  immer  2  bis  3  zu  gleicher ­
  Zeit  dabei  sind,  ununterbrochen  Tag
und  Nacht  an  6  Tagen  in  der  Woche
fort,  in  welcher  Zeit  160  bis  300  (6,800
—12,750  Kilogr.)  Luppenstücke  in  jedem
Herde  producirt  werden,  mit  einem  Abbrand ­
  an  Roheisen  von  ungefähr  13  %  und
einem  Verbrauch  an  Kohlen  von  l - 2  bis
1'7  Tonne,  wde  dieselbe  im  Kohlenhause
gelagert  worden.
Die  Luppen  werden  hei  den  grösseren
Eisenwerken  unter  80  bis  100  Ctr  (3,400
            
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