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Full text: Katalog für die Schweizerische Abtheilung der Wiener Welt-Ausstellung 1873

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. Gesellschaft der Ludwig von Holl’sehen 
Eisenwerke in Solothurn. 
Eisen- und Eisengusswaaren. 
s. No. 794. 
Eisenwerke: 
Gerlafingen, Choindez, Clus und Olten. 
Das Geschäft besteht seit dem 18. Jahrhundert, die Aktien-Ge- 
sellschaft wurde im Jahre 1811 gegründet. 
Spezialität: Qnalitätseisen, sowohl in Guss als in Schmideisen; 
beste schwefelfreie Bohnerze von 43»/o Gehalt werden im Hochofen 
mit Holzkohlen verschmolzen, und das Roheisen im Frischfeuer 
mit Holzkohlen in Schmideisen verwandelt, das im Schweissofen 
gewärmt und zu Eisen und Blech verarbeitet wird. Produktion 
ca. 80000 Zentner Eisen und Blech, ca. 70000 Zentner Gusswaaren. 
Das Eisen ist ausserordentlich rein, fest, dicht und weich, und 
lässt sich in kaltem, roth- und weisswarmem Zustand gleich gut 
verarbeiten, wird daher hauptsächlich zu Gegenständen verwendet, 
an welche ganz besondere Anforderungen gestellt werden, z. B. zu 
Kabeldraht, der vermöge seiner Reinheit weniger schnell durch 
Rost angegriffen wird, und grössere Festigkeit hat als gewöhnlicher 
Draht; zu schwierigen Schmidstücken, Windenstäben, zur Waffen 
fabrikation, zu Maschinentheilen, welche eine grosse Festigkeit oder 
besonders schöne Politur zeigen sollen, zu starkem geradgerichtetem 
Draht bis zu 16 Mm., der besonders für Näh- und Stickmaschinen 
verwendet wird, wo er abgedrehtes Eisen ersetzt, zu schwierigen 
Gewehrbestandtheilen, endlich zu feinen Schrauben, wobei wir be 
sonders auf die Muster von hohlen Schrauben von Perrelet & 
Martin in Nyon aufmerksam machen. Dieselben sind sammtlich 
direkt aus dem geradgezogenen, nicht abgedrehten und nicht aus- 
geglühten Draht angelertigt. 
Das Blech eignet sich wegen seiner Zähigkeit hauptsächlich zur 
Anfertigung komplizirter gestanzter Stücke, wird aber seines Glanzes 
halber und weil es dem Rost besser widersteht, auch zu Ofen 
röhren verwendet, ferner zu geschliffenen Platten an Maschinen, 
Kassenschränken u. s. w., wo Stahl nicht verwendbar ist, und doch 
eine besonders schöne Politur gefordert wird. 
Das Holzkohlenroheisen wird hauptsächlich zur Frischfeuerfa 
brikation, ausserdem zu Walzenguss und zu Maschinenpflugtkeilen 
verwendet, an die in Bezug auf Festigkeit und Dichtigkeit grossere 
Ansprüche gemacht werden, ferner zu Kriegsmunition; es hat eine 
aussergewöhnliche Dichtigkeit und Festigkeit, resp. Zähigkeit. Die 
daraus erzeugten Hartwalzen zeichnen sich vor andern Hartwalzen 
durch grössere Festigkeit aus, und eignen sich desshalb besonders 
zur Bandeisenfabrikation, und überhaupt zum Walzen von Metall 
und Stahl. Die adouzirten Hartwalzen für Kaliberwalzen, die sich 
durch ihr feines dichtes Korn auszeichnen, dienen zum Walzen von 
Eisen von besonders schöner glatter Oberfläche, wie es die ausge 
stellten Proben zeigen. 
Auch das in Choindez mit Koak erzeugte Roheisen zeichnet 
sich durch Dichtigkeit und Festigkeit aus, und werden daraus 
hauptsächlich Röhren für Hochdruckwasserleitungen mit verhalt- 
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