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Full text : Abtheilung der Tunesischen Regentschaft, Welt-Ausstellung 1873 in Wien

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Leder-  und  Gummi-elasticimi  -  Industrie.
In  dem  letzteren  Artikel  ist  gar  keine  Industrie.  Was  das
Leder  anbelangt,  so  appretirt  man  ziemlich  gut  in  Tunis  und  in  dem
Kiruan  die  Ziegenfelle  dieses  Landes;  man  färbt  sie  gelb,  roth,
violet,  grün,  und  erzeugt  damit  für  die  Einheimischen  sogenannte
ßelghe,  Schuhe  von  sehr  bequemer  Form,  die  aber  sehr  wenig
dauerhaft  sind.  Es  werden  auch  Gold-  und  Silber-Stickereien  auf
gefärbte  und  gut  appretirte  Felle  gemacht,  auf  Sättel  und  Pantoffel, ­
  auf  Ledertaschen,  sowie  auf  Sammet  und  auf  Seidenstoffe  etc.
Metall-  Industrie.
(Gold  -  und  Silber-Waaren).  In  dieser  Industrie  werden  mehr
oder  weniger  geringe  Gegenstände  von  Gold  und  Silber  für  den  Gebrauch ­
  der  Araber  erzeugt,  wie  z.  B.  Armbänder,  Ohrgehänge,  Ringe
(Halkal),  welche  die  Frauen  an  den  Füssen  tragen,  Ketten  etc.,  die
aber  mit  denjenigen  aus  Europa  nicht  zu  vergleichen  sind.
(Eisen-  und  Stahlwaaren).  DasWenige,welches  die  Schmiede
und  Blechschmiede,  meistens  Malteser,  erzeugen,  ist  so  unregelmässig
und  grob,  dass  man  es  nicht  einmal  mit  den  gewöhnlichsten  Arbeiten
aus  Europa  vergleichen  könnte;  man  erzeugt  hier  Karste,  Sensen,
Pflüge  und  verschiedene  andere  Gegenstände,  sowie  Schlösser,  Vorhängschlösser, ­
  Ketten,  Nägel  etc.  etc.,  aber  alles  vonsehr  grober  Arbeit.
Man  erzeugt  hier  auch  Waffen  von  sehr  sonderbarem  Styl  mit
Gewehr-  und  Pistolenläufen,  welche  man  aus  dem  Auslande  kommen
lässt,  aus  Deutschland,  Frankreich,  und  hauptsächlich  aus  Belgien.
Die  Einheimischen  tragen  das  zweiläufige  Perkussions-Gewehr;
hingegen  ziehen  die  Bergbewohner  die  Feuerstein-Gewehre  vor,  nach
ihrer  uralten  Sitte.

Holz-Industrie.
Beinahe  •  keine.  Man  bezieht  aus  Italien  und  Frankreich  die
besten  Gegenstände.  Das  Wenige,  was  hier  von  den  Tischlern,
sowohl  Einheimischen  als  Europäern,  diese  letzteren  meistens  Italiener,
erzeugt  wird,  ist  sehr  unvollkommen,  und  allergewöhnlich  st  im  Vergleiche ­
  mit  den  europäischen  Gegenständen.
            
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