&
135
„In technischer Beziehung ist diese Ornamentirung her
gestellt , indem das Metall mit dem Eisen, beinahe nach dem
Vorgänge des Ciselirens so ausgetieft wurde, dass das Bild
werk darauf erhaben stehen bleibt, der vertiefte Grund aber
mit einer nielloartigen schwarzen Masse gefüllt wird. Die
Gesammtwirkung dieser Decoration ist sehr ruhig, ernst und
harmonisch. 11
„Die kleinen Vasen, welche oben sich trichterförmig öffnen,
und einen rundbauchigen Körper haben, gemahnen augen
scheinlich an chinesische Bronee- und Emailgefässe von der
selben Gestalt, so dass auch diese Formen die vorausgeschickte
Behauptung von dem Vorhandensein verschiedener fremder
Einflüsse im persischen Kunstgewerbe bestätigen. Eine etwas
höhere Stufe nehmen die kleinen kreisrunden Schilde ein,
indem bei ihnen den vorbeschriebenen gravirten und niel-
lirten Ornamenten auch noch Tauschirung in Silber beige
sellt ist.“
„Die persischen Arbeiten in Silberfiligran unterscheiden
sich, was Delicatesse der Technik anbelangt, nicht von den
gleichartigen Leistungen, wie sie die Landesindustrie so vieler
europäischer und asiatischer Völker aufweist. Eigenthümlich
sind die Narghile-Köpfe mit frei herabhängenden Kettchen.
Der Styl des Ornamentes ist der allgemein im Orient vor
kommende. “
„Die ausgestellten Arbeiten in Nephrit, jenem Minerale,
in welchem vorzugsweise das chinesische Kunstgewerbe arbeitet,
zeigen gleichfalls, wie die fremde Technik hier zu Lande mit
einheimischen Formen vereinigt wurde, indem Ornamente und
arabische Schriftzeichen darin dargestellt sind. Sehr schön ist
eine Kanne aus diesem Stoffe, deren Oberfläche mit aufge
maltem Goldornamente und deren Deckel mit eingesetzten
Edelsteinen geziert ist. “