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Full text : Die österreichische Kunst-Industrie und die heutige Weltlage : Vortrag, gehalten im k. k. österreichischen Museum am 27. October 1870

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Grundlagen  des  geordneten  bürgerlichen  Lebens  gewahrt,  die
da  sind:  ein  ehrbares  Familienleben,  eine  gute,  tüchtige  Schule
und  eine  geläuterte  sittliche  Weltanschauung.
Wenn  wir  diese  eine  Seite  des  deutschen  Colonisationsgedankens
  hervorgehoben  haben,  so  können  wir  nicht  verschweigen, ­
  dass  die  Fortschritte  dieser  Propaganda-wesentlich
begünstigt  wurden  durch  die  fast  absolute  Unfähigkeit  der
romanischen  Race  für  die  Zwecke  der  Colonisation.  Die  germanische ­
  Race  steht  in  Nordamerika  an  der  Spitze  des  colonisirenden
  Elementes;  in  Ost-Indien,  Neuseeland  und  Australien
sind  es  die  Engländer,  welche  colonisiren,  in  Algerien  haben
sich  die  Franzosen  als  ganz  unfähig  erwiesen  trotz  der  günstigen ­
  Lage  dieses  Landes  für  Colonisation.  Unter  den  Italienern
haben  nur  einmal  die  Venetianer  Colonisationsversuche  in
grösserem  Style  gemacht;  in  unserm  Jahrhundert  haben  sie
diesen  Gedanken  gänzlich  aufgegeben.  Unter  den  Touristen,
welche  das  Vergnügen  oder  die  Wissbegierde  in  die  Strassen
des  Weltverkehres  führt,  trifft  man  sehr  häufig  Franzosen  oder
Russen,  sehr  selten  Italiener.  Unter  den  Reisenden  aber,  die
keine  Touristen  sind,  die  der  Trieb  nach  Arbeit,  die  Lust  nach
erweitertem  Wirkungskreise,  kurz  nach  Colonisationszwecken
durch  die  Welt  führt,  findet  man  fast  ausschliesslich  Engländer,
Deutsche,  Amerikaner,  d.  h.  Reisende  des  germanischen  Stammes. ­
  Da  nun  das  Problem  des  grossen  Weltverkehres  darin
besteht,  die  Naturproducte  des  Orientes  und  Amerikas  gegen
die  Industrie  und  Kunstproducte  Europas  auszutauschen,  die
Rolle  des  Vermittlers  zu  übernehmen  zwischen  jenen  Ländern,
die  die  Natur  überreich  mit  Gütern  der  Erde  gesegnet  hat,  und
zwischen  jenen  Ländern,  denen  die  gütige  Vorsehung  durch
die  Eigenschaften  des  Geistes,  des  Fleisses  und  der  Arbeitskraft ­
  das  zu  ersetzen  gegeben  hat,  was  sie  ihnen  durch  die
Kargheit  der  Natur  entzogen,  so  kann  man  wohl  mit  mathematischer ­
  Gewissheit  Voraussagen,  dass,  wenn  nicht  ausserordentliche ­
  Ereignisse  eintreten,  die  Früchte  des  vermittelnden  Weltverkehrs ­
  in  den  Schooss  der  germanischen  und  anglogermanischen ­
  Stämme  fallen  werden.
            
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