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Full text : Die österreichische Kunst-Industrie und die heutige Weltlage : Vortrag, gehalten im k. k. österreichischen Museum am 27. October 1870

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diesen  friedlichen  Gebieten  wird  durch  den  Endzweck  der
Rivalitäten  gezügelt  und  geläutert,  der  darin  besteht,  durch  erhöhte ­
  Genuss-  und  Gebrauchsmittel  die  Menschen  einer  menschenwürdigeren ­
  Existenz,  einem  höheren  sittlichen  Ideale  zuzuführen. ­
  Ueberlassen  wir  die  unauslöschliche,  unvertilgbare
Feindschaft  den  Männern  des  Schwertes,  und  bewahren  wir
uns  den  Standpunkt  der  natürlichen  Rivalität,  also  den  Standpunkt ­
  der  Civilisation  auf  dem  Felde  des  Wissens  und  der  Kunst;
bewahren  wir  vor  Allem  uns  selbst  vor  jenen  Illusionen,  die
sich  so  leicht  vom  politischen  Felde  auf  das  wissenschaftliche
und  industrielle  Gebiet  herüberziehen.  Es  würde  eine  Illusion
sein  zu  glauben,  dass  mit  der  Niederlage  der  französischen
Armee  auch  die  französische  Kunstindustrie  gänzlich  zu  Boden
geworfen  sei.  Wohl  ist  es  wahr,  dass  die  Industrie  Frankreichs ­
  schwere  Schläge  erlitten  hat.  Eine  grosse  Anzahl  industrieller ­
  Etablissements  steht  stille,  das  Ausland  sucht  sich
andere  Bezugsorte,  als  Paris  und  Lyon,  die  Arbeiter  sind  theils
in  die  Armee  gerufen,  theils  ausgewandert,  ein  noch  weit
grösserer  Theil  verwildert  in  den  Reihen  der  Mobilgarden,  und
gewöhnt  sich  an  das  Tragen  der  Waffen  in  dem  Masse,  als
er  sich  der  Arbeit  entwöhnt.  Socialistische  Theorieen,  die
unter  der  Herrschaft  des  napoleonischen  Cäsarismus  genährt
wurden,  um  den  Bürgerstand  und  die  liberalen  Ideen  desselben
zu  bekämpfen,  werden  sich  der  Arbeiterarmee,  oder  haben  sich
derselben  bereits  in  Paris,  Lyon  und  Marseille  bemächtiget,
und  sie  werden  den  Arbeiterstand  als  solchen  mehr  ruiniren,
als  es  durch  die  Occupation  eines  Theiles  von  Frankreich  durch
die  deutschen  Armeen  geschehen  ist.  Aber  trotz  alledem  wäre
es  ein  Irrthum  zu  glauben,  dass  Frankreichs  Industrie  durch
diesen  Krieg  vollständig  gebrochen  sei.  Es  wird  durch  den
Verlust  eines  Theiles  von  Eisass  und  Lothringen  wichtige
Industriegebiete  verlieren,  es  wird  geschwächt  sein  durch  den
Verlust  der  Arbeitskraft  der  Fremden,  die  Frankreich  vertrieben,
der  Einheimischen,  die  arbeitsunfähig  geworden  sind.  Aber
trotzdem  wird  sich  Frankreichs  Industrie  bald  wieder  erholen.
Auch  vor  dem  Raubzuge  Louis  XIV.,  der  Frankreich  alte  Ge-
            
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