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Full text : Die österreichische Kunst-Industrie und die heutige Weltlage : Vortrag, gehalten im k. k. österreichischen Museum am 27. October 1870

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tioti  nach  dem  Edicte  von  Nantes.  Unter  den  Emigranten
jener  Zeit  finden  sich  unternehmende  Geister,  Männer,  die
schon  in  Frankreich  eine  selbstständige  Stellung  eingenommen
haben  —  keine  Arbeiter  im  heutigen  Sinne  des  Wortes,  keine
Arbeiter,  die,  um  fruchtbar  zu  wirken,  französisches  Capital,
französische  Erfindungsgabe,  die  Bedürfnisswelt  des  überreizten
Paris  zur  nothwendigen  Voraussetzung  haben.  Wir  alle,  die
wir  den  Werth  französischer  Leistungsfähigkeit  auf  den  letzten
Weltausstellungen  kennen  gelernt  haben,  die  wir  wissen,  dass
das,  was  specifisch  dem  französischen  Volke  angehört,  von
keiner  Nation  ungestraft  nachgeahmt  werden  kann,  werden  uns
nicht  aufreden  lassen,  dass  desswegen,  weil  80,000  fremde
Arbeiter  Frankreich  verlassen,  Frankreich  wenn  nicht  morgen,
so  doch  übermorgen  nicht  das  sein  wird,  was  es  gestern  war,
und  was  es  seit  Jahrhunderten  gewesen  ist.
Frankreich  wird  nach  diesem  Krieg  überhaupt,  das  ist
meine  unmassgebliche  Meinung,  weniger  dadurch  verlieren,  dass
es  an  Gebiet  verliert,  dass  es  tüchtige  Arbeitskräfte  ausgewiesen,
dass  seine  materiellen  Kräfte  erschöpft,  seine  geistigen  decimirt
sind.  Die  Gefahren,  denen  Frankreich  entgegengeht,  liegen  darin,
dass  es  an  sich  selbst  irre  wird,  sich  über  sich  selbst  nicht
orientiren  kann,  die  Gefahren  liegen  in  der  Corruption  der
Grossen,  in  dem  Mangel  an  Muthe,  zur  rechten  Zeit  und  in
der  rechten  Art  umzukehren.  Und  ohne  diese  Umkehr  verfällt ­
  Frankreich  denselben  politischen  und  socialen  Utopien,
welche  auf  seinem  Boden  vorzugsweise  ausgesäet  oder  gepflanzt
worden  sind.  Frankreich  kennt  nur  sich  und  nicht  das  Ausland, ­
  es  hebt  seine  Schmeichler  in  die  Höhe  und  hat  keinen
Sinn  für  Männer  von  Wahrheit;  es  vergisst  ganz,  dass  auch
andere  Nationen  zur  politischen  und  nationalen  Wiedergeburt
berufen,  im  Weltconcerte  eine  Stimme  zu  erheben  ebenso  berufen ­
  sind,  wie  Frankreich.  Die  Weltlage  ist  heute  eine  andere,
wie  1790,  eine  andere  als  nach  den  Schlachten  von  Jena  und
Auerstädt,  der  Demüthigung  Spaniens,  Italiens  und  des  deutschen
Reiches.  Die  damals  niedergeworfenen  Nationen  stehen  selbstständig ­
  da;  die  Staatsmänner  unserer  Zeit  müssen  mit  den
            
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