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Full text : Die österreichische Kunst-Industrie und die heutige Weltlage : Vortrag, gehalten im k. k. österreichischen Museum am 27. October 1870

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wir  besitzen,  auf  der  gegebenen  Grundlage  weiter  zu  schreiten
und  die  äusseren  Umstände  klug  zu  benützen.  In  dieser  Beziehung ­
  kommen  uns  die  Ereignisse  der  jüngsten  Zeit  ausserordentlich ­
  zu  Statten.
In  gewissem  Sinne  haben  die  deutschen  Armeen  auch  für
unsere  Kunstindustrie  gekämpft;  denn  sie  haben  den  gefährlichsten, ­
  man  könnte  sagen,  den  einzigen  Feind  der  österreichischen ­
  Kunstindustrie  erheblich  geschwächt,  die  französische
Kunstindustrie.  Sie  wissen,  dass  ich  nicht  der  Ansicht  bin,  dass
durch  diese  Kriege  die  Industrie  Frankreichs  vernichtet  sei;
aber  unzweifelhaft  ist  es,  dass  man  grosse  Anstrengungen  wird
in  Frankreich  machen  müssen,  um  nach  einer  Reihe  von  Jahren
wieder  auf  den  Status  quo  ante  zu  kommen.  Wenn  die  Käufer
und  Verkäufer  einen  Ersatz  für  den  verlorenen  Pariser  Markt
suchen  werden,  um  den  Anforderungen  des  Publicums  zu  genügen, ­
  so  werden  sie  sich  weder  nach  Berlin  noch  nach  München
wenden,  sondern  für  gewisse  Artikel  nach  Florenz  und  Turin
und  Mailand,  für  gewisse  Artikel  nach  Wien  und  Deutschböhmen. ­
  Auf  manche  Artikel,  die  eben  nur  in  Frankreich  preiswürdig ­
  gemacht  werden,  werden  sie  verzichten  müssen,  auf
Fayenceobjecte,  feines  Porzellan,  Emailwaaren  u.  s.  f.  Aber  für
Wien,  für  Oesterreich  überhaupt,  ist  ein  nicht  unbedeutender
Gewinn  zu  erwarten.
Daher  handelt  es  sich  jetzt  darum,  dass  wir  unsere  Situation
vollständig  begreifen  und  rasch  und  mit  Umsicht  zu  Werke
gehen.  Manches  ist  bereits  versäumt  worden.  Man  hat  die  Ausweisung ­
  der  deutschen  Arbeiter  nicht  so  benützt,  wie  es  möglich ­
  gewesen  wäre;  nicht  einmal  Verzeichnisse  der  ausgewanderten
  österr.  Arbeiter  wurden  angelegt.
Es  ist  wahrscheinlich,  dass  schon  viele  der  besten  Arbeiter
in  Berlin  oder  München  eine  Stellung  gefunden  haben;  dort
kamen  sie,  da  viele  Arbeitskräfte  in  der  deutschen  Armee
stehen,  wie  erwünscht.  Auch  bei  uns  haben  einige  Arbeiter,
Cartonagearbeiter,  Porzellanmaler,  Kunstschlosser,  Ciseleure,
Zeichner  Platz  bekommen;  aber  factisch  ist  das  Bedürfnis  nach
guten  Arbeitskräften  grösser,  als  die  Zahl  der  Arbeiter.  Viele
            
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