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wir besitzen, auf der gegebenen Grundlage weiter zu schreiten
und die äusseren Umstände klug zu benützen. In dieser Beziehung
kommen uns die Ereignisse der jüngsten Zeit ausserordentlich
zu Statten.
In gewissem Sinne haben die deutschen Armeen auch für
unsere Kunstindustrie gekämpft; denn sie haben den gefährlichsten,
man könnte sagen, den einzigen Feind der österreichischen
Kunstindustrie erheblich geschwächt, die französische
Kunstindustrie. Sie wissen, dass ich nicht der Ansicht bin, dass
durch diese Kriege die Industrie Frankreichs vernichtet sei;
aber unzweifelhaft ist es, dass man grosse Anstrengungen wird
in Frankreich machen müssen, um nach einer Reihe von Jahren
wieder auf den Status quo ante zu kommen. Wenn die Käufer
und Verkäufer einen Ersatz für den verlorenen Pariser Markt
suchen werden, um den Anforderungen des Publicums zu genügen,
so werden sie sich weder nach Berlin noch nach München
wenden, sondern für gewisse Artikel nach Florenz und Turin
und Mailand, für gewisse Artikel nach Wien und Deutschböhmen.
Auf manche Artikel, die eben nur in Frankreich preiswürdig
gemacht werden, werden sie verzichten müssen, auf
Fayenceobjecte, feines Porzellan, Emailwaaren u. s. f. Aber für
Wien, für Oesterreich überhaupt, ist ein nicht unbedeutender
Gewinn zu erwarten.
Daher handelt es sich jetzt darum, dass wir unsere Situation
vollständig begreifen und rasch und mit Umsicht zu Werke
gehen. Manches ist bereits versäumt worden. Man hat die Ausweisung
der deutschen Arbeiter nicht so benützt, wie es möglich
gewesen wäre; nicht einmal Verzeichnisse der ausgewanderten
österr. Arbeiter wurden angelegt.
Es ist wahrscheinlich, dass schon viele der besten Arbeiter
in Berlin oder München eine Stellung gefunden haben; dort
kamen sie, da viele Arbeitskräfte in der deutschen Armee
stehen, wie erwünscht. Auch bei uns haben einige Arbeiter,
Cartonagearbeiter, Porzellanmaler, Kunstschlosser, Ciseleure,
Zeichner Platz bekommen; aber factisch ist das Bedürfnis nach
guten Arbeitskräften grösser, als die Zahl der Arbeiter. Viele