fürchten zwar, dass mit dem Hereinziehen fremder Arbeiter
Elemente der Unruhe hereingezogen wurde. Haben sie doch die
Arbeiterfrage in so geistreicher Weise gelöst, wie nirgends! Diese
Herren mögen sich beruhigen. Der deutsche Arbeiter in Paris
gehörte bisher gerade zu den polizeilich bevorzugten Arbeitern,
gerade ihrer guten Haltung wegen. Und Arbeiter, die eine so
gute und in der jüngsten Zeit so schwere Schule durchgemacht
haben, suchen Beschäftigung in der Arbeit, nicht in der Agitation.
Vieles ist, wie gesagt, in dieser Beziehung schon versäumt
worden — hoffentlich nicht alles.
Ferner müssen wir uns erinnern, dass wir in vielen Dingen
noch hinter Italien und England stehen, ja selbst hinter
Deutschland. In der österr. Monarchie werden keine so guten
Oefen erzeugt, wie in Dresden, Magdeburg, und keine so guten
Fliesse und Fayencen wie in Metlach an der Mosel. In allen
Zweigen der kirchl. Metallurgie ist uns Aachen und Köln überlegen;
in allen Zweigen der Illustration Leipzig, Berlin, ja
Stuttgart. In Kupferstich, Lithographie, Chromolithographie
Kupferdruck stehen wir weit hinter Deutschland zurück, wir
haben keine Anstalt von einem solchen Weltrufe, wie die
chromolith. Anstalt von Storch und Kraner in Berlin, und sind
bisher nicht im Stande gewesen, eine illustrirte Zeitung, in der
Art der Leipziger — die doch weit hinter der englischen steht
— zu halten. Die Meissner Fabrik ist jetzt die erste mitteleurop.
Porzellanfabrik, insbesonders nach Auflösung der kais. Porzellanfabrik
überfluthet sie Oesterreich; in pr. Schlesien arbeitet man
in Glas fast so gut, wie in Böhmen; die Metallurgie am Harze,
und die Zinkfabrikation in Berlin hat in Oesterreich keinen Rivalen.
Für Kunstgewerbe tauchen jetzt in Deutschland überall Specialschulen
auf. Da heisst es mit offenem und klarem Blicke die Dinge
ansehen, wie sie sind. Ferner wird es nÖthig sein, den Umstand
fest ins Auge zu fassen, dass die Kunstindustrie in Oesterreich
selbst starke Feinde hat. Diese Feinde sind eine gewisse Sorte
von Geldaristokratie und eine gewisse Sorte von Adelsaristokratie,
die es so zu sagen als ein Zeichen ihres Reichthums
oder ihres Standes betrachten, wenn sie sich in ihren Salons