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mischem Gebiete, im Handel und in der Industrie. Das übrige
Oesterreich droht sich auch nationalöconomisch zu zersetzen.
Der deutsche Arbeiter und Kaufmann in Galizien geht der
Polonisirung entgegen, die Kunstindustrie von Triest gravitirt
nach Italien, eine hraction in Böhmen strebt nach nationaler
und öconomischer Isolirung. Das bürgerliche Recht ist zwar
vorderhand noch Eines; die grossartigste Schöpfung des Kaisers
Franz, das bürgerliche Gesetzbuch, existirt noch zu Recht; aber
das Bürgerthum, vor zwanzig Jahren noch politisch einig und
vor Allem Österreichisch, zerbröckelt sich politisch und industriell
in Nationen und NatiÖnchen. Welcher Abstand zwischen der
Zeit, in welcher zum Schutze des Bürgerthums das bürgerliche
Gesetzbuch und das Strafrecht erstand, und der unseren! Fast
hat sich die österreichische Staatsidee in ihr Gegentheil gekehrt.
Dazu kömmt, dass die handelspolitische Verbindung
mit Deutschland auf nicht so festen Grundlagen ruht, wie wir
im Interesse der Industrie wünschen. Ueberlegen wir unsere
Situation. Die ganze Kunstindustrie Oesterreichs ruht in den
Händen der Deutschösterreicher, mit Ausnahme jenes geringen
Bruchtheiles italienischer Arbeitskraft in Triest und Südtirol,
die ihrer Richtung nach italienisch ist. Die Preisträger der
österreichischen Kunstindustrie auf der Londoner, Pariser,
Münchener Weltausstellung gehören fast alle dem Stamme der
Deutsch-Oesterreicher an.
Tirol und Vorarlberg grenzen handelspolitisch in erster
Linie an Deutschland; Salzburg und Oberösterreich gänzlich.
Die Schienen- und Handelsverbindungen zwischen Böhmen und
Oesterreichisch-Schlesien einerseits und Deutschland andererseits
steigern sich von Jahr zu Jahr. Die Hauptflüsse Oesterreichs
kommen entweder von Deutschland, wie die Donau, oder gehen
nach Deutschland, wie die Elbe, Oder, Weichsel, der Inn.
Oesterreich ist nicht eine Ostmark der Slaven, sondern der
Deutschen; nicht Attila oder Rurik, nicht Stephan der Heilige
oder Ottokar von Böhmen haben diese Ostmark gegründet, —
sondern die deutschen Carolinger; das Licht des Christenthums
ist von Deutschland aus nach unserem Lande getragen worden;