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Full text : Die österreichische Kunst-Industrie und die heutige Weltlage : Vortrag, gehalten im k. k. österreichischen Museum am 27. October 1870

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das  Licht  der  Wissenschaft,  der  Kunst  und  der  Industrie
leuchtet  durch  die  Kraft  des  Stammes,  dem  wir  angehören,
der  Sprache,  die  wir  sprechen  —  der  deutschen.  Hamburg
concurrirt  in  Laibach  und  Gratz  mit  Triest;  die  österreichischen
Alpenländer,  wie  die  böhmisch-mährischen  Landgebiete  sind  die
Hinterlande  der  Nord-  und  Ostsee.  Das  sind  Thatsachen,  unverrückbar, ­
  wie  die  Richtung  unserer  Berge,  der  Lauf  unserer
Flüsse.  Die  Handelspolitik,  welche  Berge  und  Flüsse  versetzen
kann,  mag  diese  Factoren  gering  anschlagen.  Das  Gebot  einer
gesunden  Handelspolitik  geht  dem  Fingerzeige  der  Natur  nicht
aus  dem  Wege,  sondern  folgt  demselben,  wie  es  unsere  grossen
Regenten  Max  I.  und  Max  II.,  Ferdinand  I.,  Maria  Theresia
und  Joseph  II.  gethan  haben.  Und  so  werden  wir  auch  in  der
nächsten  Zeit,  unbekümmert  um  die  Eintagspolitiker,  die
Oesterreichs  Industrie  so  wenig  hemmen  können,  als  sie  etwas
dazu  beigetragen  haben,  sie  zu  schaffen,  genöthigt  sein,  einerseits ­
  den  industriellen  Markt  im  Innern  von  den  politischen
Fesseln  zu  befreien,  welche  man  ihm  anzulegen  droht,  und
anderseits  bemüht  sein  müssen,  unseren  deutschen  Markt  zu
sichern,  und  im  Süden  zu  verhindern,  dass  Triest,  statt  einer
Empore  der  österreichischen  Industrie,  ein  Centrum  für  alle
Sorten  wälscher  Agitation  wird.
Die  österreichische  Kunstindustrie  hat  an  der  deutschen
Kunstindustrie  heutigentags  noch  keinen  Concurrenten,  wohl
aber  in  Deutschland  einen  sehr  gesicherten  Markt.  Durch
Deutschland  geht  ein  sehr  grosser  Theil  des  Exportes  österreichischer ­
  Waare.  Die  finanzielle  Lage  Deutschlands  wird  vorerst ­
  nicht  so  glänzend  sein,  wie  seine  politische.  Sie  ist  zwar
ohne  Vergleich  besser,  als  die  Frankreichs;  aber  Sparsamkeit
wird  in  der  nächsten  Zeit  das  erste  Gebot  der  deutschen
Finanzpolitik  sein.
Die  gegenwärtige  Kriegslage  eröffnet  daher  Deutschland
so  wie  Frankreich  gegenüber  unserer  Kunstindustrie  eine  günstige ­
  Perspective  für  die  Zukunft.  Ob  diese  günstige  Lage  gewürdigt ­
  und  benützt  werden  wird,  ist  schwer  zu  sagen;-  aber
die  Vertreter  unserer  Industrie,  die  Handelskammern,  werden.
            
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