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Full text : Die österreichische Kunst-Industrie und die heutige Weltlage : Vortrag, gehalten im k. k. österreichischen Museum am 27. October 1870

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wie  die  Industriellen,  gewiss  Alles  thun  müssen,  um  hinter  den
Anforderungen  der  Gegenwart  nicht  zurückzubleiben.  Sie  werden
zunächst  vor  Allem  zwei  Fragen  eine  grosse  Aufmerksamkeit
zuwenden  müssen,  den  Gewerbe-  und  Industrieschulen  und  der
Weltausstellung.
Die  Bewegung,  welche  in  ganz  Oesterreich  herrscht,  um
Gewerbeschulen  und  Industriespecialschulen  zu  gründen,  bildet
einen  Lichtpunkt  in  dem  fast  chaotisch  bewegten  Bilde,  welches
gegenwärtig  Oesterreich  zeigt.
In  Böhmen  sind  in  Haida  und  Gablonz  Specialschulen
für  die  Glas-  und  Quinncaillerie-Industrie,  in  Hallein  eine  Holzschnitzschule ­
  gegründet  worden.  In  Wien  sind  Elementargewerbeschulen ­
  in  das  Leben  getreten  für  Knaben  und  Mädchen.
Sind  einige  von  ihnen  noch  immer  an  Realschulen  angelehnt,
und  nicht  selbständig,  wie  es  doch  zu  wünschen  wäre,  so  ist
die  Errichtung  dieser  Schulen  doch  ein  ungeheurer  Fortschritt
im  Verhältnisse  zu  dem  Zustande,  wie  er  früher  war.  Für
den  Mädchen-Unterricht  werden  von  verschiedenen  Seiten  erfolgreiche ­
  Anstrengungen  gemacht.  Die  von  der  Academie,
dem  Polytechnicum  und  dem  Museum  befürwortete  Umgestaltung ­
  der  Gewerbeschule  in  eine  Bau-  und  Maschinengewerkschule ­
  tritt  soeben  in  das  Leben.  Wie  nothwendig  es  ist,
dass  auf  diesem  Felde  etwas  geschehe,  haben  die  jüngsten  Unfälle ­
  bei  Bauten  gezeigt.
Die  Specialschule  für  Weberei  ist  zwar  noch  in  dem  Zustande, ­
  in  dem  sie  sich  vor  Jahren  befand;  aber  einzelne  Genossenschaften, ­
  die  Posamentierer,  machten  erfolgreiche  Anstrengungen
für  Gründung  einer  Specialschule;  andere  Genossenschaften  werden
dem  guten  Beispiele  folgen.  Es  mag  manchem,  der  seine  Blicke  an
dem  wohlgeordneten,  von  Superioren  Geistern  geschaffenen  und
geleiteten  Unterrichtswesen  in  Deutschland  zu  richten  gewohnt
ist,  die  gegenwärtige  Sturm-  und  Drangperiode  des  österreichischen ­
  Unterrichtswesens  chaotisch  und  dilettantisch  Vorkommen; ­
  wir  selbst  sind  weit  entfernt,  sie  für  etwas  Anderes
als  eine  Uebergangsperiode  zu  halten,  und  wissen  sehr  gut,
dass  manches  wird  über  Bord  geworfen  werden  müssen,  —
            
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