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aber wir halten es trotzdem für einen wahren Segen, dass sich
Handelskammern und Gewerbevereine, Landesausschüsse, Gemeindevertretungen
und Genossenschaften mit der Frage des
gewerblichen Unterrichtes beschäftigen, und dass hie und da
die Industriellen und Handwerker sich selbst zu helfen begonnen
haben. Die Gleichgültigkeit, mit der man früher, vor
Allem in den betheiligten Kreisen, sich der Schule gegenüber
benahm, weicht endlich der Ueberzeugung, dass es viel besser
ist, mit fachmässig gebildeten Gesellen und Handwerkern zu
thun zu haben, die auch correct schreiben und rechnen,
nöthigenfalls auch die Bleifeder handhaben können — als mit
Leuten, die in Unwissenheit und Indolenz herangewachsen
sind. An dieser Errungenschaft lassen Sie uns festhalten: der
Fortschritt in der Schule wird den Fortschritt in dem Handwerke
und der Industrie zweifelsohne zur Folge haben. Aber
auch in einer anderen Frage, — der der Weltausstellung
lassen wir uns nicht irre machen, so sehr auch die äusseren
Verhältnisse und die inneren Wirren geeignet wären, uns einzuschüchtern.
Dass wir trotz der bewegten Zeiten dasjenige nicht aufgeben
können, was die österreichische Kunstindustrie als solche
gewonnen, dass wir den Fortschritten der Schule nicht Halt
gebieten dürfen, darüber ist alles einer Meinung. Aber die
projectirte Wiener Weltausstellung, so lassen sich viele Stimmen
vernehmen, ist mehr als zweifelhaft geworden.
Treten wir statt in eine Aera des Friedens in eine kriegerische
Periode hinein, so ist es allerdings wohl möglich, dass diese
Weltausstellung nicht leicht wird durchgeführt werden können.
Sollte es hingegen gelingen, Europa in der nächsten Zeit vor
kriegerischen Bewegungen zu bewahren, so ist es möglich die
Weltausstellung durchzuführen, wenn nicht im Jahre 1873
so im Jahre 1874 oder 1875. Aber durchgeführt soll sie werden,
und wir dürfen den Gedanken gar nicht aufkommen lassen,
dass sie durch die diesjährigen Ereignisse unmöglich geworden
ist. Es hängen von einer solchen Weltausstellung viel zu viel
ernste Interessen, nicht blos auf dem Gebiete der Kunstindu-