Welt, dem mittelländischen Meere, gelegen sind, und fügen wir
hinzu, dass gewiss Nordamerika, und die meisten europäischen
Staaten Interesse haben auf der Wiener Ausstellung zu erscheinen,
so wird man in Wien doch ein Schauspiel ganz wunderbarer
Art haben, das nicht nur unterhaltend, sondern in
hohem Grade belehrend sein wird.
Abgesehen davon, dass wir die Leistungsfähigkeit aller
jener Länder kennen lernen werden, mit denen wir in Verbindung
stehen, so werden wir erstens Gelegenheit haben, uns
nach allen Seiten hin viel vollständiger und umfassender zu
zeigen, als es bisher auf den ausländischen Ausstellungen der
Fall war. Nicht bloss, dass uns dort der Raum nicht gegeben
werden konnte, um ein vollständiges Bild unserer agricolen,
industriellen und künstlerischen Leistungsfähigheit zu geben,
gibt es viele Künstler, Techniker, Gewerbsleute, die nicht im
Stand waren an einer solchen Weltausstellung direct oder indirect
zu participiren. Zweitens, wird eine solche Weltausstellung
nicht nur unsere Industriellen, sondern auch unsere Staatsmänner
und Staatspädagogen auf die grossen Lücken aufmerksam
machen, die den reellen Fortschritt in volkswirtschaftlicher
Beziehung hemmen, und endlich drittens, wird auch auf die
Bedeutung der Kunst auf die Kunstindustrie im Völkerleben
aufmerksam gemacht werden. Nur wenige Menschen in Oesterreich
hatten bisher eine ganz deutliche Vorstellung von der
Bedeutung der Kunst im volkswirtschaftlichen Leben der
Völker. Erst mit der Gründung des österreichischen Museums
und der damit in Verbindung stehenden Kunstgewerbeschule
wurde diese Frage klar und offen discutirt, und ging in Folge
dessen in das Bewustsein der Massen und der Gebildeten über.
Aus Büchern lernt man das nicht, aus Büchern wird man auf
die ideale Seite der Kunst hingewiesen; die Bedeutung der
Kunst im modernen Völkerleben lernt man einzig und auf Weltausstellungen
allein. Da es mir nicht gestattet sein kann, hier
meinen Weg auf dem Felde der Kunstwissenschaft von dem
Jahre 1847, wo ich zum ersten Male als Docent an der Wiener
Hochschule auftrat, und über dasselbe Thema sprach, das ich