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Full text : Die österreichische Kunst-Industrie und die heutige Weltlage : Vortrag, gehalten im k. k. österreichischen Museum am 27. October 1870

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jetzt  die  Ehre  habe,  darzulegen,  so  darf  ich  doch  wohl  mit
wenigen  Worten  auf  die  an  mir  gemachten  Erfahrungen,  der
ich  alle  Weltausstellungen  kenne,  hinweisen,  um  sagen  zu
können:  dass  das  gebildete  Publicum,  eben  so  sehr  wie  der
Arbeiter  erst  durch  eine  Weltausstellung  zum  vollen  Bewusstsein ­
  dessen  kömmt,  nicht  blos,  was  die  Kunst  der  Industrie
bedeutet,  sondern  welche  Art  der  Kunst  und  Kunstübung  wirklich ­
  dem  Volke  nützt.
Und  da  ich  nun  die  Ueberzeugung  habe,  dass  es  Richtungen ­
  der  Kunst  und  der  Kunstindustrie  gibt,  die  in  Oesterreich ­
  gänzlich  brach  liegen,  und  die  nur  der  mächtigen  Anregung ­
  einer  Weltausstellung  bedürfen,  um  auch  bei  uns  zum
Durchbruche  zu  kommen;
da  ich  ferner  der  Ansicht  bin,  dass  nicht  bloss  einzelne
Talente  sich  bei  dieser  Ausstellung  Bahn  brechen,  sondern  auch
manche  Künstler  und  Handwerker,  die  ängstlich  oder  nicht
kräftig  genug  in  ihrer  Ueberzeugung  sind,  den  Muth  zur  Gründung ­
  kleiner  Etablissements,  auf  deren  Belebung  die  Kunstindustrie ­
  angewiesen  ist,  bekommen  werden;  dass  ferner  jene
bedeutenden  Industriellen,  die  mit  Bewustsein  und  Aufopferung
der  Kunst  dienen,  zur  vollen  Anerkennung  ihrer  Persönlichkeit
nur  durch  eine  solche  Ausstellung  kommen  können,  und
da  ich  endlich  überzeugt  bin,  dass  dem  unmethodischen
und  unsicheren  Vorgänge  in  den  meisten  Gewerbe-Zeichenschulen ­
  auf  diesem  Wege  ein  Halt  geboten  werden  wird;  so  bin
ich  mit  aller  Entschiedenheit  meiner  Ueberzeugung  dafür  —•
und  ich  glaube  alle  hervorragenden  Mitglieder  unserer  Anstalt,
welche  dieselbe  seit  ihrer  Begründung  mit  ihrer  Einsicht  unterstützen, ­
  theilen  diese  Ueberzeugung  —  dass  die  Idee  der  Weltausstellung, ­
  die  schon  mehr  als  einmal  fallen  gelassen  wurde,
diesmal  mit  aller  Festigkeit  aufrecht  erhalten  werden  müsse.
Allerdings  setzt  die  Durchführung  der  Weltausstellung
in  erster  Linie  nicht  so  sehr  viel  Geld,  als  vielmehr  ein  intelligentes, ­
  ernsthaften  Forderungen  Rechnung  tragendes  Programm ­
  voraus,  und  zur  Durchführung  desselben  einen  Mann,
der  der  Grösse  der  Aufgabe  gewachsen  ist.  Eine  Weltausstel-
            
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