Die Frage, welchen Einfluss die politischen Ereignisse
der Gegenwart auf die österreichische Kunstindustrie
haben werden, liegt in aller Mund, und ist in
diesen Räumen viel zu oft gestellt worden, als dass man nicht
wenigstens versuchen sollte, darauf eine Antwort zu geben.
Ein Versuch wird immer diese Antwort bleiben; denn noch
liegen die Ereignisse flicht so abgeschlossen vor uns, um ein
vollständig sicheres Urtheil abgeben zu können, auch weiss
heutigen Tages Niemand, ob der französisch-deutsche Krieg der
Vorläufer einer Friedensära oder nur der erste Act neuer kriegerischer
Entwicklungen sein wird. Darüber darf man sich aber
keiner Täuschung hingeben, dass die Stellung des deutschen
Volkes in dem Weltconcerte eine ganz andere sein wird, als
es früher der Fall war; das deutsche Volk wird sich nicht
mehr mit dem Ruhme begnügen, ein „Volk von Denkern“ genannt
zu werden; es wird bemüht sein, die praktischen Consequenzen
von den in der militärischen Geschichte beispiellosen
Erfolgen des deutschen Heeres zu erzielen. Es wird gewiss nicht
mehr dulden, dass Duodeznationen und halbbarbarische Staaten
und Länder an seiner Macht und seiner Weltstellung zweifeln.
Man darf nicht vergessen, dass in das norddeutsche 1 iefland
die meisten süddeutschen Ströme münden, dass, England ausgenommen,
kein Staat so bedeutende Seestädte besitzt, wie das
deutsche Reich; dass die Söhne Deutschlands sich über den
ganzen Erdball verbreiten, und dass es keine halbwegs anständige
Handelsstadt in Amerika, Australien, China, Japan oder