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Indien giebt, in welcher nicht Deutsche sich niedergelassen
hätten. Auf diesen deutschen Weltcolonisten beruht die Zukunft
des deutschen Welthandels.
Aus Pf. F. H. Neumanns trefflichem „österreichischem Berichte
der letzten Weltausstellung“ werden Sie entnommen haben,
dass schon im J. 1867 nach der Capacität der Handelsschiffe,
die deutsche Kauffahrteiflotte die drittgrösste der Welt ist. Sie
folgte unmittelbar der englischen und nordamerikanischen, der
französischen ist sie bedeutend überlegen; der Länge der Eisenbahnlinien
nach ist nach demselben Berichte Deutschland der
zweite Staat, reiht unmittelbar nach England.
Die deutschen Colonisten repräsentiren zwei Schichten
der deutschen Bevölkerung, die eine derselben zieht vorzugsweise
in die nordamerikanischen Freistaaten, es ist dies der
Ueberschuss des stark bevölkerten Schwaben, Hessen u. s. f.,
an welche sich politisch Malcontente verschiedener Art anschliessen.
In diese Gruppe von Auswanderern gehören also
Ackerbauer, Handwerker und Industrielle. Die zweite Schichte
deutscher Auswanderer, wenn auch minder zahlreich, ist von
dem Gesichtspunkte der deutschen Colonisation vielleicht noch
wichtiger. In diese Categorie gehören vor Allem Söhne des
wohlhabenderen deutschen Kaufmannsstandes aus Bremen, Hamburg,
Lübeck u. s. f., zumeist wohlerzogene arbeitstüchtige und
intelligente Männer, die in der Blüthe ihrer Jahre die Heimath
verlassen, entweder um sich fern von derselben eine neue zu
begründen, oder um bereichert mit Erfahrung und den Früchten
ihres Fleisses in ihre Heimath zurück zu kehren. Diese
Männer sind es vorzugsweise, die den Gedanken der deutschen
Cultur durch die ganze Welt getragen haben, und welche die
Ideen deutscher Erziehung, deutschen Familienlebens, deutschen
Fleisses und deutscher Beharrlichkeit mit Treue und Ausdauer
verfolgen. Es ist nicht meine Aufgabe Ihnen ein Bild derThätigkeit
dieser stillen deutschen Colonisation zu entrollen, welche sich
in den letzten 5o Friedensjahren ebenso geräuschlos als segensreich
über den ganzen Erdball hin entwickelt hat. Sie finden
diese Propagatoren deutschen Geistes bei jenen Männern, welche