Schluss.
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steht; allein das Bedenklichste ist, dass die Zukunft eher eine Verschlimmerung
als eine Verbesserung in Aussicht stellt.
Es gilt daher sowohl für den Einzelnen als für die Gesammtheit
sich aufzuraffen; es gilt die Hebung des innern Werthes unserer Fabri
kate anzustreben. Wo die Kraft des Einzelnen nicht ausreicht, da müs
sen sich Mehrere die Hände bieten, um die nöthigen Verbesserungen
zu erreichen.
Die Gantone und der Bund müssen sich bewusst werden, dass
die Industrie die Basis unserer Volkswohlfahrt ist, sie müssen sich bewusst
werden, dass es wirthschaftlich nicht richtig ist, die durch die Industrie
auf Zöllen, Posten etc. gemachten Einnahmen lediglich dem Militär zu
opfern und die Pflege der Einnahmsquelle total zu übersehen.
Es gilt auch, die schweizerischen Arbeiter über ihre grösstentheils
ungerechtfertigten Ansprüche an die Industrie aufzuklären und ihnen be
greiflich zu machen, dass ihr eigenes Wohlergehen mit der Prosperität
ihrer Chefs Hand in Hand geht.
Die schweizerische textile Ausstellung ist vom Ausland im Gan
zen sehr wohlwollend beurtheilt worden; wir konnten es aber nicht in
unserer Aufgabe erkennen, in dieses Lob einzustimmen, sondern hielten
es vielmehr in unserer Pflicht, auf die mancherlei Schäden, welche den
Fortschritt unserer Industrie hemmen, aufmerksam zu machen.
Es ist für den Einzelnen unmöglich, ein so weites Feld wie die
textile Industrie nach jeder Seite klar zu überschauen; um zu einem
erspriesslichen Resultate zu gelangen, sollte die Aufgabe in viel kleinere
Parzellen abgetheilt werden. Wir bitten diess bei der Beurtheilung un
seres Berichtes gefälligst zu berücksichtigen.
Von denen, die unsere Anschauungen nicht theilen, erbitten wir
blos die Anerkennung, dass wir wenigstens redlich bestrebt waren, durch
Offenheit das Wohl unserer vaterländischen Industrie nach besten Kräf
ten zu fördern.
J b - Steiger-Meyer
in Herisau.