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Full text: Schweiz : Bericht über Gruppe V Textil-Industrie, Section IV und Sectionen I, II, III, V, VI nebst Gruppe XXI Hausindustrie

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J. Steiger-Meyer in Herisau. 
Baumwollweberei. 
Die Baumwollgewebe liefern weitaus die billigsten textilen Be 
kleidungsstoffe. Während die Seide fast ausschliesslich dem Luxus dient, 
und die Leinwand nicht warm genug ist um den Körper gegen den 
Wechsel der Witterung zu schützen, genügen Baumwolle untj Wolle 
allen climatischen Bedürfnissen. 
Die Wolle ist wärmer und dauerhafter als die Baumwolle, dage 
gen ist die Letztere 4 Mal billiger, lässt sich leicht bleichen, färben, 
drucken und kann nicht blos für Oberkleider, sondern auch für Wäsche 
verwendet werden. 
Die Baumwollgewebe haben daher wegen ihrer Nützlichkeit und 
Billigkeit die grösste Consumation aller textilen Stoffe; wir fanden sie 
in Wien bei allen Völkern, welche die Ausstellung beschickten; nicht 
blos England, Frankreich, Deutschland, Belgien, Oestreich zeigten 
uns die Fabrikate ihrer grossartigen Baumwollindustrie, sondern auch 
weniger industrielle Länder, wie Italien, Spanien, Portugal, Russland, 
Holland und sogar Schweden und Norwegen, hatten es sich angelegen 
sein lassen, den Anlass zu benutzen, um der Welt zu zeigen, welche 
Anstrengungen sie machen, um ihren Bedarf an Baumwollstoffen selbst 
zu erzeugen, und wie weit sie es durch die Benutzung englischer Ma 
schinen und fremder Werkführer schon gebracht haben. 
Auch Japan, China, Indien, die Türkei etc. hatten die Ausstel 
lung mit reichen Sortimenten ihrer Baumwollfabrikate beschickt und 
belehrten uns, dass sie trotz mangelhafter Webstühle doch im Stande 
sind, eine eben so sauber und exact gearbeitete Waare zu liefern wie 
Europa. 
Die feinen Baumwollgewebe der Schweiz hatten schon am Anfang 
dieses Jahrhunderts eine europäische Berühmtheit und wurden nach 
allen Weltgegenden exportirt. 
Es muss eine Zeit gewesen sein, wo die Schweiz auch über Eng 
land hinausragte, denn dasselbe findet es nicht unter seiner Winde, 
seine feinen Baumwollstoffe auch heute noch der Welt als Swiss Books 
Swiss Mulls, Swiss Checks etc. anzubieten. 
Für den forschenden Beobachter bot die schweizerische Ausstel 
lung von Baumwollwaaren ein interressant.es Stück Industriegeschichte. 
Während in der ganzen Abtheilung keine leichteren Wollstoffe zu finden 
■waren, womit eine europäische Dame sich hätte bekleiden können, traf 
man bei den bunten Baumwollgeweben eine reiche Auswahl der ganz 
gleichen Fabrikate wie die asiatischen Länder sie ausgestellt hatten; 
neben den Taffachellassen der Japaner, den Sarongs der Malajen, lagen 
die golddurchwirkten Stoffe der Türken in solch genauer Nachahmung 
nach Zeichnung und Farbenzusammenstellung, dass man glauben konnte,
	        
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