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Full text : Schweiz : Bericht über Gruppe V Textil-Industrie, Section IV und Sectionen I, II, III, V, VI nebst Gruppe XXI Hausindustrie

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J.  Steiger-Meyer  in  Herisau.

Die  Appretur-Arbeiter  erhalten  per  Tag  von  7  Uhr  Morgens  bis
8  Uhr  Abends  Fr.  1  bis  Fr.  3  Lohn.  Der  Durchschnitt  ist  Fr.  2  mit
15—20  Centimes  Stundengeld.  Die  Mädchen,  welche  in  den  Geschäftshäusern ­
  arbeiten,  erhalten  Fr.  1.  50  bis  Fr.  2  per  Tag  bei  11  effectiven
Arbeitsstunden.
Die  Handweber  beschäftigen  sich  meistens  mit  etwas  Landwirthschaft
  und  verdienen  Fr.  1.  25  bis  Fr.  3  per  Tag  je  nach  Fleiss  und
Artikel.
Die  Weber  in  den  Fabriken  verdienen  Fr.  1.  50  bis  Fr.  3.  50
per  Tag.
St.  Quentin  besitzt  eine  Arbeiterschule,  durch  welche  die  Einführung ­
  neuer  Artikel  gepflegt  wird.
Die  Ausstellung  war  nur  von  einigen  Firmen  beschickt;  die  Fabrikate ­
  von  Ledonx-Bedn  wurden  von  der  Jury  als  das  Schönste  beurtheilt,
  was  die  Ausstellung  an  Baumwollgeweben  enthielt.
Die  Baumwollweberei  Deutschlands  hat  durch  die  Annexion  des
Elsasses  einen  schweren  Schlag  erlitten;  es  existiren  keine  neueren  statistischen ­
  Angaben  über  die  Zahl  der  mechanischen  Webstühle;  man
zählte  1861  circa  24,000  für  baumwollene  und  halbbaumwollene  Gewebe
nebst  circa  164,000  Handstühlen.  Rechnen  wir,  die  Ersteren  haben  sich
verdoppelt,  so  gibt  dies  50,000  Kraftstühle  für  Deutschland  ohne  das
Eisass.
Die  Fabrikanten  des  Zollvereins  lieferten  genügend  Waare  um  den
einheimischen  Bedarf  zu  decken.  Es  ist  klar,  dass  der  Zuschub  von
30,000  mechanischen  Stühlen  durch  das  Eisass  auf  die  ganze  deutsche
Industrie  einen  schweren  Druck  ausüben  musste;  die  deutsche  Regierung
suchte  denselben  allerdings  dadurch  zu  schwächen,  dass  sie  von  Frankreich ­
  für  die  elsässische  Waare  noch  während  einiger  Zeit  Zollerleichterungen ­
  erlangte,  allein  es  war  in  der  kurzen  Frist  unmöglich  den
Stoss  durch  Pflege  neuer  Absatzgebiete  zu  pariren.
Man  rechnet,  die  französische  Bevölkerung  consumire  fast  doppelt
so  viel  Baumwollwaaren  als  Deutschland.  Es  wurde  gehofft,  Frankreich
werde  trotz  dem  Zoll  gezwungen  sein,  noch  längere  Zeit  die  elsässischen
Gewebe  zu  kaufen.  Diess  ist  aber  nur  in  sehr  beschränktem  Maasse  der
Fall;  einerseits  ist  seit  dem  Kriege  in  Frankreich  die  Gonsumation  aller
Artikel  beschränkter  geworden,  anderseits  hat  sich  die  französische  Fabrikation ­
  auf  die  vom  Eisass  gelieferten  Spezialitäten  geworfen,  so  dass
der  Import  des  Eisass  nach  Frankreich  kaum  noch  den  vierten  Theil
des  früheren  Verkehres  beträgt.  Manche  Fabrikanten  des  Eisass  sind
bereits  gezwungen  worden  mit  den  schweren  soliden  Geweben,  welche
in  Frankreich  stets  einen  guten  Absatz  fanden,  aufzuhören  und  sich
entweder  für  den  deutschen  Markt,  der  eine  viel  billigere  Waare  verlangt, ­
  oder  für  den  Bedarf  der  Druckereien  einzurichten.
            
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