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Full text: Schweiz : Bericht über Gruppe V Textil-Industrie, Section IV und Sectionen I, II, III, V, VI nebst Gruppe XXI Hausindustrie

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J. Steiger-Meyer in Herisau. 
sein. Die Handweberei ist mehr ein Nebenverdienst der Landwirt 
schaft. Im Sommer steht die grösste Zahl der Webstühle still. Der 
Arbeiter muss also nicht ganz davon leben und findet auch bei schwa 
cher Löhnung Convenienz dabei zu verbleiben. 
Für unsere Buntweberei ist heute die Concurrenz der Niederlande 
am empfindlichsten. Es gibt dort mehrere bedeutende Fabriken, welche 
für die holländischen Besitzungen in Indien arbeiten, und sowohl durch 
tüchtige Leistungen als eine Begünstigung im Zoll dem Import unserer 
Waare scharf zusetzen. Die Hengelo’sche Buntweberei in Hengelo 
und F. Stork & Co. ebendaselbst hatten eine reichhaltige Ausstellung 
ihrer Fabrikate; sie verwenden für dieselben zum Theil gefärbte Schwei 
zergarne. Für weisse Waare sind folgende die namhaftesten Fabriken, 
die Veenendal’scbe Spinnerei und Weberei arbeitet mit 37,000 Spindeln 
und 700 mechanischen Webstühlen; die Hilversum’sche Spinnerei und 
Weberei besitzt 19,000 Spindeln und 450 mechanische Webstühle; 
Geldermann & Söhne in Oldenzaal haben 20,000 Spindeln und 600 
mechanische Webstühle. 
Italien zeigte durch die Ausstellungen der Aetiengesellschaft 
Cantoni in Mailand, Poma fratelli in Biela, dass seine junge In 
dustrie in ausserordentlich tüchtigen Händen liegt, welche auch ohne 
hohe Zölle, vermöge billiger Arbeitslöhne und den neuesten Maschinen 
jede mittelmässige auswärtige Concurrenz heimschicken, und selbst Eng 
land den italienischen Boden streitig machen werden. 
Die Baumwollweberei von Gent in Belgien ist auch in der Schweiz 
bekannt. Das Haus Ferd. Lonsbergs lieferte seit Jahren bis nach Zü 
rich und St. Callen seine Damaste, Piques, Basins und selbst Hemden 
stoffe in jedes Detailgeschäft. Wir kennen kein besseres Argument, um 
die Schwäche unserer Industrie in den schweren Stoffen zu beweisen als 
diese Erscheinung; so lange wir nicht einmal den Bedarf des eigenen 
Landes decken können, sind wir gewiss irgendwo im Rückstand. 
Die Collectiv - Ausstellung der Genter Baumwoll - Industrie 
gehörte zu dem Schönsten, was die Ausstellung bot. Gent liefert perio 
disch sogar bedeutende Quantitäten Baumwolldamaste, Pique und selbst 
Madapollam nach England; auch die Schweiz bezieht oft grobe Garne von 
Parmentier, van Hoegaerden & Co., weil sie von besserem Rohstoff und 
in schönerer Qualität sind als die Schweizerwaare. 
Auch in baumwollenen Hosenstoffen überbietet Mouscron jede 
Concurrenz; es hat sowohl die Fabrication als die Appretur ausgezeich 
net los und macht über London, Paris und Hamburg ein grosses Ex 
portgeschäft nach Südamerika; von den betreffenden Ausstellern erhiel 
ten Desprets freres, Louis Dujardin, Satire & Gravelline die besten 
Auszeichnungen. 
Kussland hat an der Ausstellung in Wien ein regeres Interesse 
genommen, als man nach der Stellung seiner von dem übrigen Europa
	        
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