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Full text : Schweiz : Bericht über Gruppe V Textil-Industrie, Section IV und Sectionen I, II, III, V, VI nebst Gruppe XXI Hausindustrie

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J.  Steiger-Meyer  in  Herisau.

geschäftliche  Bildung  für  die  Direction.  Die  Handarbeit  kann  auch  bei
einem  beschränkten  Umsatz  ihre  Existenz  finden;  die  Maschine  verlangt
ein  grosses  Absatzfeld  und  prosperirt  da  am  besten,  wo  sie  ihre  ganze
Kraft  am  ungehindertesten  für  die  Massenproduktion  verwerthen  kann.
Bei  der  .Handarbeit  können  durch  billige  Arbeitslöhne  ziemlich
hohe  Zollschranken  überwunden  werden;  bei  der  Maschine  sind  die  allgemeinen ­
  Spesen  wichtiger  als  der  Arbeitslohn  ;  die  Erstellungskosten
differiren  von  einem  Lande  zum  andern  so  wenig,  dass  schon  ein  Zoll
von  10  °/o  den  im  Nachbarlande  wohnenden  Gegner  draussen  hält.
Die  Schweiz  gründete  manche  ihrer  Industrien  auf  ihre  fleissigeh
Arbeiter,  welche  sich  mit  einem  massigen  Lohne  begnügten.  Die  Fortschritte ­
  der  Maschinerie  haben  diesen  Vortheil  für  viele  Artikel  bereits
annullirt  und  lassen  uns  die  Schwierigkeiten,  welche  der  beschränkte
Absatz  des  eigenen  Landes  der  Maschinenproduktion  entgegensetzt,  schwer
fühlen.
Die  Baumwolldruckerei  hat.  mehr  als  irgend  ein  anderer  grösserer ­
  Industriezweig  die  durch  die  Maschine  hervorgebrachten  Veränderungen ­
  erfahren.  Die  Fortschritte  des  Maschinendruckes  haben  seit
1867  den  Handdruck  in  allen  Ländern  fast  ganz  verdrängt.  Er  kann
nur  noch  bei  Specialartikeln  existiren,  w'o  die  Detailarbeit  die  Kosten
der  Präparation  für  die  Maschine  nicht  decken  würde.  Eine  von  drei
Arbeitern  bediente  Druckmaschine  bedruckt  per  Tag  50  bis  100  Stück
Stoff  von  50  Yards  Länge  in  3  Farben;  während  die  gleichen  Arbeiter
per  Hand  höchstens  6  Stücke  zu  liefern  vermöchten;  dabei  ist  die  Arbeit ­
  der  Maschine  sauberer,  exacter  und  schärfer.
Das  dem  Handdruck  übrig  gebliebene  Feld  beschränkt  sich  auf
Artikel  wie  Mouchoirs,  Schärpen,  Türkischroth  und  Blaudruck  und  ganz
dünne  Stoffe,  sogenannte  Türkenkappen,  welche  3-fach  aufeinandergelegt
und  3  Stücke  auf  ein  Mal  gedruckt  werden;  dagegen  muss  er  auf  alle
Kleiderstoffe,  welche  vielleicht  90  °/o  des  Consumes  an  Druckwaaren  ausmachen, ­
  verzichten  und  auch  diejenigen  Qualitäten  Mouchoirs,  welche
einen  couranten  und  grossen  Absatz  haben,  der  Maschine  überlassen.
Auch  in  der  Baumwolldruckerei  ist  England  für  die  Massenproduktion ­
  weitaus  am  besten  eingerichtet.  Es  arbeiten  in  Grossbrittanien
912  Druckmaschinen;  wenn  in  voller  Thätigkeit,  so  beschäftigt  jede
dieser  Maschinen  durchschnittlich  4  Walzen,  also  ein  Total  von  3,648
Walzen.  Man  rechnet  jede  Maschine  bedürfe  zur  Arbeit  und  Reserve
ca.  150  Walzen.  Die  Zahl  der  in  England  dem  Druckgeschäfte  zur
Disposition  stehenden  Walzen  würde  mithin  die  enorme  Zahl  von  ca.
136,800  Stück  betragen.
Die  Quantität  der  von  England  gelieferten  Druckwaaren  übersteigt
alle  gewöhnlichen  Begriffe;  es  gibt  verschiedene  Firmen  in  Manchester
und  Glasgow  von  denen  jede  Einzelne  per  Jahr  über  500,000  Stücke  ä
50  Yards  liefert.  Die  Waare  wird  nach  allen  Himmelsgegenden  expor-
            
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