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Full text : Schweiz : Bericht über Gruppe V Textil-Industrie, Section IV und Sectionen I, II, III, V, VI nebst Gruppe XXI Hausindustrie

Reflexionen.

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leichterung  für  den  englischen  Industriellen  ist  die  Eigentümlichkeit,
dass  nicht  nur  Gebäude  sammt  Dampfkraft,  sondern  sogar  montirte
Fabriken  gemiethet  werden  können.  Es  gibt  desshalb  allerdings  Viele,
welche  keine  längere  Stockung  des  Absalzes  auszuhalten  vermögen,  allein
es  verhinderte  die  Monopolisirung  der  Industrie  durch  einige  wenige
Gapitalisten,  und  war  ohne  Zweifel  ein  Hauptmittel  um  dieselbe  zu  ihrer
heutigen  Ausdehnung  zu  erheben.
Der  textilen  Industrie  Frankreichs  gehört  unstreitig  in  allen
Branchen,  Baumwolle,  Wolle,  Seide  und  Leinen  in  Qualität  und  Geschmack ­
  der  Vorrang.
Der  französische  Consument  wird  im  Allgemeinen  unrichtig  beurteilt; ­
  weil  in  Paris  viel  Flitterwerk  fabrizirt  wird,  so  glaubt  man,  das
französische  Volk  sehe  auch  in  seiner  Kleidung  mehr  auf  Effect  als  auf
Qualität.  Es  ist  indessen  gerade  das  Gegenteil  der  Fall.  Während  der
Engländer  gerne  gut  lebt  und  sich  wegen  dem  Alter  nicht  stark  abkümmert, ­
  ist  der  Franzose  haushälterisch  und  fast  geizig.  Während  der
englische  Mittelstand  und  die  untern  Volksschichten  nach  «Show»  und
«Cheapness»  haschen,  um  es  der  Aristokratie  gleich  zu  thun  und  als
Ladies  und  Gentlemen  angesehen  zu  werden,  sieht  die  französische  Hausfrau ­
  zuerst  auf  solide  Qualität;  sie  weiss,  dass  eine  gute  Waare  schliesslich ­
  die  billigste  ist.
Das  erste  Ziel  des  französischen  Fabrikanten  ist  desshalb  nicht
die  Billigkeit,  sondern  die  gute  Qualität.  Die  scrupuleuse  Genauigkeit
des  Consumenten  zwingt  ihn  zur  Aufmerksamkeit  für  seine  Fabrikate;
der  Chef  selbst  versteht  sein  Fach  gründlich;  er  strebt  fortwährend  nach
Vervollkommnung,  lässt  sich  aber  dann  seine  Waare  auch  gehörig  bezahlen. ­
  Während  der  Engländer  ein  Geschäft  mit  einem  Netto-Nutzen
von  10  °/o  für  sehr  günstig  ansieht,  ist  diess  beim  Franzosen  so  ziemlich
das  Minimum,  was  er  verdienen  will;  er  weiss  allerdings  sich  in  den
billigsten  Sorten  zu  drücken,  erholt  sich  dann  aber  dafür  auf  der  bessern ­
  Waare.  Auch  in  Frankreich  sind  die  Zahlungstermine  sehr  gut;
der  grösste  Theil  des  Geschäftes  wird  auf  30  läge  regulirt.
Die  Handelsverträge  brachten  die  französischen  Industriellen  zuerst
in  grossen  Schrecken;  die  Engländer  überschwemmten  das  Land  in  den
ersten  Jahren  mit  ihren  billigen  Waaren.  Jeder  grössere  englische  Fabrikant ­
  errichtete  in  Paris  ein  Depot.  Die  Franzosen  erholten  sich  aber
rasch;  sie  kauften  sich  englische  Maschinen  und  vermöge  ihrer  gründlichen ­
  Kenntniss  der  Fabrikation  und  der  Bedürfnisse  des  Landes,  vertrieben ­
  sie  nicht  nur  die  Eindringlinge  binnen  Kurzem  in  allen  bessern
Fabrikaten  wieder  aus  dem  eigenen  Lande,  sondern  vermehrten  alljährlich ­
  ihren  Export  nach  England.
Die  französische  textile  Industrie  steht  auf  einem  sehr  gesunden
Boden;  so  lange  sie  den  bisherigen  Principien  der  Vervollkommnung
            
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