Reflexionen.
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leichterung für den englischen Industriellen ist die Eigentümlichkeit,
dass nicht nur Gebäude sammt Dampfkraft, sondern sogar montirte
Fabriken gemiethet werden können. Es gibt desshalb allerdings Viele,
welche keine längere Stockung des Absalzes auszuhalten vermögen, allein
es verhinderte die Monopolisirung der Industrie durch einige wenige
Gapitalisten, und war ohne Zweifel ein Hauptmittel um dieselbe zu ihrer
heutigen Ausdehnung zu erheben.
Der textilen Industrie Frankreichs gehört unstreitig in allen
Branchen, Baumwolle, Wolle, Seide und Leinen in Qualität und Geschmack
der Vorrang.
Der französische Consument wird im Allgemeinen unrichtig beurteilt;
weil in Paris viel Flitterwerk fabrizirt wird, so glaubt man, das
französische Volk sehe auch in seiner Kleidung mehr auf Effect als auf
Qualität. Es ist indessen gerade das Gegenteil der Fall. Während der
Engländer gerne gut lebt und sich wegen dem Alter nicht stark abkümmert,
ist der Franzose haushälterisch und fast geizig. Während der
englische Mittelstand und die untern Volksschichten nach «Show» und
«Cheapness» haschen, um es der Aristokratie gleich zu thun und als
Ladies und Gentlemen angesehen zu werden, sieht die französische Hausfrau
zuerst auf solide Qualität; sie weiss, dass eine gute Waare schliesslich
die billigste ist.
Das erste Ziel des französischen Fabrikanten ist desshalb nicht
die Billigkeit, sondern die gute Qualität. Die scrupuleuse Genauigkeit
des Consumenten zwingt ihn zur Aufmerksamkeit für seine Fabrikate;
der Chef selbst versteht sein Fach gründlich; er strebt fortwährend nach
Vervollkommnung, lässt sich aber dann seine Waare auch gehörig bezahlen.
Während der Engländer ein Geschäft mit einem Netto-Nutzen
von 10 °/o für sehr günstig ansieht, ist diess beim Franzosen so ziemlich
das Minimum, was er verdienen will; er weiss allerdings sich in den
billigsten Sorten zu drücken, erholt sich dann aber dafür auf der bessern
Waare. Auch in Frankreich sind die Zahlungstermine sehr gut;
der grösste Theil des Geschäftes wird auf 30 läge regulirt.
Die Handelsverträge brachten die französischen Industriellen zuerst
in grossen Schrecken; die Engländer überschwemmten das Land in den
ersten Jahren mit ihren billigen Waaren. Jeder grössere englische Fabrikant
errichtete in Paris ein Depot. Die Franzosen erholten sich aber
rasch; sie kauften sich englische Maschinen und vermöge ihrer gründlichen
Kenntniss der Fabrikation und der Bedürfnisse des Landes, vertrieben
sie nicht nur die Eindringlinge binnen Kurzem in allen bessern
Fabrikaten wieder aus dem eigenen Lande, sondern vermehrten alljährlich
ihren Export nach England.
Die französische textile Industrie steht auf einem sehr gesunden
Boden; so lange sie den bisherigen Principien der Vervollkommnung