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die Augustinerkirche, die Minoritenkirche, der Chor, später
das Langhaus, von Maria Stiegen, Thurm und Chor von
St. Michael, das Langhaus von St. Stephan, stammen aus der
Zeit der Gothik, welche den vorhandenen Plänen, An
sichten und Schilderungen zufolge hier wie überall ihren
Charakter auch den bürgerlichen Wohnhäusern mit ihren
schmalen Bodenflächen, steilen Dächern, Giebeln, Erkern
und Thürmen aufprägte.
Der Renaissance verdankt Wien äusserst wenig,
da nach der ersten Türkenbelagerung das Augenmerk vor
züglich auf die verbesserte Befestigung der Stadt gerichtet
war, und als die Nachwehen der Kriegsnöthe verschwanden,
Kunst und Geschmack der Jesuiten bereits dominirten. Die
von ihnen erbauten oder umgestalteten Kirchen begegnen
uns mit ihrer unerquicklichen Verbindung von Nüchtern
heit und Schwulst in allen Theilen Wiens.
Die Regierungszeit der Kaiser Josef I. und
Karl VI. bezeichnet dann wieder eine in erfreulichster
Weise fruchtbare Epoche in der Wiener Baugeschichte. Dem
Beispiele der kunst- und prachtliebenden Fürsten, welche
Staats- und Hofgebäude in grossartigen Verhältnissen auf-
ftihren Hessen, folgte der am Hofe lebende grosse und
reiche Adel, an der Spitze der wahrhafte Schätzer von
Kunst und Wissenschaft, Prinz Eugen von Savoyen,
mit der Erbauung von Palästen, und diese äusserlich gün
stige Zeit fand auch in ausgezeichneten Architekten, vor Allen
Johann Bernhard Fischer von Erlach, die ihrer Auf
gabe gewachsenen Meister vor.
An diese und die nächstfolgende Zeit erinnern die
Karls- und die Peterskirche, das Lustschloss Schönbrnnn,
die kaiserliche Winter-Reitschule, die Hofbibliothek, der
„Reichskanzlei 1 " genannte Theil der Hofburg, die böhmisch-
iisterreichische Hofkanzlei (jetzt Ministerium des Innern),
die Paläste des Prinzen Eugen in der Himmelpfortgasse
(jetzt Finanzministerium), der Familien Trautso n . (jetzt
Eigenthum der ungarischen Garde), Mannsfeld (jetzt
Schwarzenbergisch), Rofrano (jetzt Auersperg), sämmtlich
nach den Plänen Fischers von Erlach; die beiden
Liecht enstein’schen Paläste in der Stadt (Schenkenstrasse)
und in der Alservorstadt von M artin eil i; der Sommer
palast Belvedere des Prinzen Eugen (jetzt Gemäldegalerie)