erbauen. Gegenwärtig' repräsentirt das ganze grosse Viereck
von 56 m Länge, 59™ Tiefe einen Bau von einheitlichem archi
tektonischen Charakter; das anstossende Hötel garni auf
der Maximilianstrasse hat eine für sich einheitliche Fagade
erhal ten.
Hötel: Das Souterrain enthält Keller, Küchen, Dienst
botenzimmer, Luftheizungsöfen und den Maschinenraum zum
Aufzug. Das Parterre enthält die Einfahrt, neben diesem
zwei Eingänge, das Vestibül mit der Hauptstiege, die Por
tierswohnung, ein Telegraphenamt, ein Anrichtezimmer, ein
Comptoir, eine Garderobe, einen Frisirsalon, ferner vier Frem
denzimmer, ein Conversationszimmer, ein Billardzimmer, meh
rere Restaurationszimmer und zwei grössere Speisesäle, von
denen der eine an der Ringstrasse, der grössere Prach tsaal
dagegen im rückwärtigen Tracte liegt. Im ersten Stocke
(Fig. 60) bedeutet: a Hauptstiege, b Foyer, c Corridor, d Vor
zimmer, e i'ersonenaufzug, / Gepäckaufzug, g Passage, h Bade
zimmer, i Officin, k Requisitenraum, l Kellnerzimmer, m Frem
denzimmer.
Besondere Aufmerksamkeit verdienen die Saallocalitäten
und ihre Einrichtungsstücke. Im grossen Saale von 20 m Länge,
10 m Breite sind die Oelfarbenbilder an der reichen Decke von
Eisenmenger, die Wandgemälde in den Bogenzwickeln der
Fenster und Thüren von Bitterlich, die architektonische
Decoration von Gl äs er, die bronzenen Einrichtungsstücke
aus der Werkstätte von Hollenbach. Die korinthischen
Säulen und Pilaster, sowie die Wandflächen sind in Stuckmarmor
durchgeführt; Basen und Capitäle sind vergoldet. Der Par-
quettfussboden ist in einer, dem Plafond entsprechenden, Zeich
nung durchgefiihrt. Nächst diesem grossen Saale ist besonders
der anstossende, im Halbkreise geschlossene sogenannte weisse
Saal beachtenswerth.
Der grosse, in schöner Architektur gehaltene, mit Bronze-
Fontainen etc. geschmückte Hof von 20m Länge, 16 m Breite,
ist mit einem Glasdache überdeckt; das letztere ruht auf
zwei Seiten mit zwei steil empor geführten, mit Fenstern ver
sehenen Mauern, so dass eine Ventilation möglich ist.
Nächst der Einfahrt'ist ein hy d rau 1 isc h e r Aufz ug
für die Fremden, um welchen sich in jeder Etage kleine
Wartezimmer gruppiren. Im rechtsseitigen Hoftracte ist ein
gleicher Aufzug für das Gepäck.
Das Hötel besitzt, incl. dem mit ihm in Verbindung ste
henden Hötel garni, über 300 Fremdenzimmer. Gegenwärtig
befindet sich dasselbe im Besitze einer Actien-Gesellschaft.
Literatur: Förster’s Bauz. Jahrg. 1871.