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Defeusionscaserne nicht lediglich durch Zinscasernen ersetzt
werde. Hier würde sich ein Ort bitten, um manchen bei der
Stadterweiterung gemachten Fehler gut zu machen.
Rudolfs-Caserne, Alsergrund, Maria-Theresienstrasse (F, 3).
Die zweite der in neuerer Zeit entstandenen Casernen Wiens
ist die Rudolfs-Caserne, nächst der Augarten-Brücke am Donaucanale
gelegen und in den Jahren 1865—1869 erbaut. Sie ist
für 2 Regimenter Infanterie und 2 Escadronen Cavallerie bestimmt,
und enthält wie die Franz Josefs-Caserne auch die
Öfficiers-Wohnungen (10 Stabs- und 114 Oberofficiere). Verbaute
Fläche 14500[[] m .
Leider sind auch bei dieser Caserne die Mannschaftsunterkünfte
nach dem alten mangelhaften Systeme angelegt, und
wieder grosse Stallungen, über denen sich Mannschaftszimmer
befinden, in die Mitte der Caserne hineingebaut, so dass sie
ebenso wenig den an Wohnungen, welche viele Menschen aufzunehmen
haben, nach den Erfahrungen der Neuzeit zu stellenden
Anforderungen entspricht, wie die Franz Josefs-Caserne.
Dazu kommt noch, dass die Lage der Caserne eine sehr tiefe
und der Boden ein
ungünstiger ist.Nach
den statistischen Sanitätsberichten
der
Jahre 1869 und 1870
ist auch die Zahl der
in derselben vorkommenden
wichtigen
Erkrankungen bedeutender,
als in fast,
allen anderen Casernen
Wiens. So herb
dies Urtheil erscheinen
mag, wird man also doch den Wunsch nicht unterdrücken
können, diese Caserne im Interesse der Truppen recht bald
demselben Schicksale geweiht zu sehen, welches der Franz
Josefs-Caserne zugedacht sein soll.
In manchen Beziehungen sind aber in der Rudolfs-Caserne
beachtenswerthe Verbesserungen zu findeh. So wurden die
Küchen getrennt von den Wohnräumen in das oberste Geschoss
der Mitteltracte gelegt und mit grossen geräumigen
Speisesälen verbunden; so trachtete man auch durch die Abfuhr
der Excremente einer Infection des Bodens vorzubeugen.
Leider waren aber die zuerst getroffenen Einrichtungen so
mangelhaft, dass sich die Verhältnisse fast ungünstiger gestalteten',
als wenn man Senkgruben angelegt hätte. Die
Fig. 63.