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Die 'Lage des Tempels zwischen zwei Höfen wurde durch
den Umstand bedingt, dass der Tempel mit dem Chore, dem
Ritus entsprechend, die Richtung nach Osten erhalten musste.
Der Tempel besteht aus derVorhalle, dem durch zwei Säulen
paare in drei Schiffe getheilten Langhause und dem Raume für
das Allerheiligste. In den
Seitenschiffen sind doppelte
Gallerien für die Frauen;
die Sitzplätze für die Män
ner befinden sich im un
teren Raume. Vor der mit
Vorhängen verdeckten Bun
deslade steht die Kanzel,
welche mittels eines Me
chanismus in die Höhe ge
hoben werden kann, wenn
im Gottesdienste eine Pre
digt stattfindet. Die drei-
schiffige Eintheilung wird
auch in der Fagade durch
vier Pfeiler mit achteckigem
Querschnitte gekennzeich
net, die über dem Dache
minaretartig abschliessen.
Im Innern ist vorzüglich die
Vorhalle mit Ornamenten in
Mosaik effectvoll verziert.
Zur Beleuchtung dienen für
die Tageszeit Oberlichte im
Mittelschiff und Fenster
in den Seitenschiffen, zur
Nacht 500 Gasflammen.
Literatur: Förster’s Bau
zeitung, Jahrg. 1859.
Pfarrkirche in der Bri
gittenau (F, 1), wurde in
den Jahren 1867—1873
nach dem Entwürfe des
Oberbaurath E’r. Schmidt
ausgeführt. Sie ist ein ein
facher, aber sehr gefälliger,
Fig. C7.
Pfarrkirche in der Brigittenau. —
Vsso n. Gr.
streng frühgothischer Bau mit Anwendung des Basiliken-
Systemes. Die Kirche bildet ein dreischiffiges Langhaus,
an dessen westlichem Ende sich zwei Thürme erheben, denen
eine die ganze Breite der Fagade einnehmende Vorhalle vor-
gelegt ist. Das Aeussere ist mit gänzlicher Umgehung des
Technischer Führer durch Wien. 10