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Full text: Technischer Führer durch Wien, mit einem Plane der Stadt nebst Umgebung, einem Plane der Donauregulirung, einem Plane der Weltausstellung, einem geologischen Plane und 137 Holzschnitten

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und 6 Säle mit 14—18 Betten, zusammen einen Fassungsraum 
für 860 Kranke. Für eine Person entfällt circa 47 C m Luftraum. 
Die Säle liegen zumeist mit einer Langseite am Corridor, haben 
an der anderen die Fenster und werden durch Dr. Böhm’s 
Caloriferes geheizt. 
Bei dem Hauptgebäude wurde das Pavillonsystem 
mit Vermeidung geschlossener Höfe in Anwendung gebracht. 
Die Grundrissform ist die eines Hufeisens mit nacli Osten 
gerichteter offener Seite, um den Hof der Morgensonne zu 
öffnen nnd gegen die Westwinde zu schützen. Au die, durch 
den Hof getrennten Hauptfliigel (I) schliessen sich einzelne 
Pavillons (11) an. Die Krankensäle und Zimmer haben die 
Fenster nur gegen Süd und Ost gerichtet, während sich an der 
Kord- und Westseite Corridore befinden. Zur Verbindung 
der beiden Tracte ist ein ebenerdiger Mittelbau (I) als Vestibül 
eingeschaltet, von welchem die beiden Haupttreppen ausgehen. 
Das Vestibül ist monumental durchgeführt. Neben demselben 
liegen die Portierswohnung und die Aufnahmslocalitäten mit 
den Journal- und Untersuchungszimmern. 
An der Westseite liegt das Oekonomiegebäude (IV;, 
dessen Souterrainräume und Parterre für den Küchendienst 
bestimmt sind, während der erste Stock den Waschsaal, die 
Austauschmagazine oder Eeparierlocalitäten für die Wäsche, 
der zweite Stock die provisorische Capelle für den Gottes 
dienst und zwei kleinere Krankenabtheilungen enthält. Im 
Lichthofe steht das Maschinenbaus mit den Dampfmaschinen 
zur Förderung des Wassers in die verschiedenen Localitäten. 
Das Administrationsgebäude (III) hat einen eigenen, 
von der Krankenanstalt getrennten Eingang von der Ru 
dolfsgasse. 
Das Leichengebäu de (VI) liegt so, dass der Leichen 
dienst ganz von der Anstalt getrennt ist und die Leichen auf 
dem kürzesten Wege, ohne die Anstalt zu berühren, nach 
den Friedhöfen befördert werden können. 
Das Depotsgebäude(V) für Wagen, Feuerrequisiten etc. 
ist ebenfalls getrennt aufgeführt. 
Der Entwurf rührt von Archit. J. Horky her, den Bau 
leitete Baurath J. Zettl, ausgeführt wurde er von Bau 
meister Kaiser. Die Baukosten betragen 2,5 Mill. Gulden. 
— Director Prof. Dr. C. Böhm. 
5. Das Recon val eszentenh au s der barmhe rzigen 
Brüder im Bezirke Landstrasse, Hauptstrasse Nr. 108. 
6. Das Spital der Elisabethinerinnen im Bezirke 
Landstrasse, Hauptstrasse Nr. 4, mit 95 Betten.
	        
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